Coronavirus: Nicht einmal die vierte Impfung schützt vor Omikron

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Israel,

    Laut einer israelischen Studie erhöht die vierte Impfung gegen Corona zwar die Antikörperzahl. Gegen die Omikron-Variante dürfte der Wert aber nicht genügen.

    Coronavirus
    In Israel wird bereits der Booster des Boosters verabreicht. Dessen Schutz vor Omikron ist aber fraglich. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Israel bekommen Senioren und Risikopersonen bereits die vierte Impfung.
    • Laut einer Studie schützt aber auch diese nicht ausreichend vor Omikron.
    • Eine Expertin sagt, dass gesunde Menschen ohne Gefährdung deshalb noch abwarten sollen.

    Israel galt mit seiner frühen Impfkampagne und seiner hohen Impfquote nach kurzer Zeit als Vorreiter in der Bekämpfung des Coronavirus. Auch mit der dritten Impfung wurde sehr früh begonnen. Aktuell wird bereits der Booster des Boosters an gewisse Bevölkerungsgruppen verimpft. Doch ob dies wirklich nützt, ist fraglich.

    Die Zwischenergebnisse einer Studie mit 270 Teilnehmenden zeigen, dass die Zahl der Antikörper nach der vierten Impfung zwar steigt. Der Wert liege sogar leicht über jenem nach der 3. Impfung, sagt Gili Regev vom Schiba-Spital in Tel Aviv gegenüber der dpa. «Doch für Omikron ist dieser Wert nicht genug.»

    Israel corona Impfung
    Ein Mann erhält in der Sheba-Klinik seine vierte Impfdosis gegen das Coronavirus. - AFP

    Trotzdem spricht sie sich für die vierte Impfung für gefährdete Personen aus. Dies könnte einen kleinen Vorteil verleihen. «Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen», so Regev, «wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.»

    In der Schweiz ist aktuell keine vierte Impfung geplant, wie Impfchef Christoph Berger gegenüber «SRF» sagte. Falls der Booster des Boosters aber kommen sollte, dann am ehesten bei den Hochrisikopersonen.

    Coronavirus: Nur 62% der Israelis gelten noch als vollständig geimpft

    Rund der Hälfte der Teilnehmenden der israelischen Studie wurde nach drei Pfizer-Impfungen wiederum Pfizer verabreicht, der anderen Hälfte Moderna. Nach einer Woche war die Antikörperzahl beider Gruppen sehr ähnlich. Regev sagt mit Blick auf die Zwischenergebnisse: «Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.»

    Sind Sie geboostert?

    In Israel werden Personen über 60 Jahren und medizinisches Personal bereits zum zweiten Mal geboostert. Rund 537'000 Personen haben die vierte Impfung bereits erhalten. 4,4 Millionen sind dreifach geimpft, 750'000 Menschen gelten wegen des fehlenden Boosters als nicht vollständig geimpft. Rund ein Drittel der 9,4 Millionen Bewohner Israels sind gar nicht gegen das Coronavirus geimpft.

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