Ukraine-Krieg: Tochter von Putins Ex-Mentor flüchtet aus Russland

    Anna-Lena Burkard
    Anna-Lena Burkard

    Russland,

    Sie stellte sich öffentlich gegen den Ukraine-Krieg, nun die Flucht nach Litauen: Putins Patentochter Xenia Sobtschak droht eine lange Haftstrafe.

    Ukraine-Krieg
    Xenia Sobtschak ist nach Litauen geflohen. (Archiv) - Dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Mittwoch ist Putins Patentochter Xenia Sobtschak nach Litauen geflohen.
    • Noch am Flughafen entging die Journalistin einer vom Kreml angeordneten Verhaftung.
    • Kurz zuvor kritisierte die Tochter von Putins Ex-Mentor öffentlich den Ukraine-Krieg.

    Zahlreiche Russen sind seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs aus dem Land geflüchtet. Am Mittwochmorgen soll nun auch Putins vermeintliche Patentochter Xenia Sobtschak nach Litauen geflüchtet sein.

    Sobtschak ist die Tochter von Putins früherem politischen Mentor Anatoli Sobtschak. Der Journalistin gelang die Flucht, bevor sie am Moskauer Flughafen verhaftet werden sollte. Etwa zeitgleich wurde ihr Wohnsitz wegen des Verdachts auf Erpressung durchsucht.

    Dies wohl auf Anordnung des Kremls. Denn der Fernsehmoderatorin wird vorgeworfen, eine «ausländische Agentin» zu sein. Und aus dem Ausland finanziert zu werden.

    Sobtschak kritisiert öffentlich den Ukraine-Krieg

    Möglicher Grund dafür: Kurz vor ihrer Flucht kritisierte die 40-Jährige auf ihrem Youtube-Kanal den Ukraine-Krieg. Da sie dies öffentlich getan hat, bekommt Sobtschak jetzt die Konsequenzen von ihrem Patenonkel zu spüren. Bisher ist unklar, mit welchen Äusserungen genau sie Putins Zorn auf sich gezogen hat.

    Putins und Sobtschaks Ansichten stimmen bereits seit längerem nicht mehr überein. 2018 kandidierte sie bei der Präsidentschaftswahl gegen ihren Patenonkel. Damals galt jedoch die Vermutung, dass ihre Kandidatur lediglich einen Wettbewerb vortäuschen soll. Vor drei Jahren dann wurde der 40-Jährigen jedoch vorgeworfen, «Unwahrheiten über Regierungsstellen» zu verbreiten.

    «Letzte freie Redaktion in Russland, die unter Druck gesetzt wird»

    Jetzt wird erneut gegen sie und ihren Online-Medienkanal ermittelt. Auch ihre Mitarbeiter sollen verhört werden. Noch am Mittwoch meldete sich Sobtschak auf Telegram zu Wort: «Es ist klar, dass es sich um einen Angriff auf meine Redaktion handelt. Die letzte unabhängige Redaktion in Russland, die unter Druck gesetzt werden musste.»

    Bereiten Ihnen die Entwicklungen im Ukraine-Krieg Sorgen?

    Sie hoffe, dass es sich um ein Missverständnis handle. Denn Berichten zufolge könnte Sobtschak eine Haftstrafe zwischen sieben und 15 Jahren drohen. Um dieser – vorläufig – zu entgehen, ist die frühere Präsidentschaftskandidatin geflohen. Laut der Agentur AFP mit einem israelischen Pass.

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