Wegen Trump – Öl-Konkurrenz: Russen in Panik nach Maduro-Sturz
Der Sturz von Maduro erschüttert Moskau: Russlands Ölstrategie gerät ins Wanken – und damit eine zentrale Säule von Staatshaushalt und Macht.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach Maduros Sturz könnten US-Konzerne Venezuelas riesige Ölreserven rasch erschliessen.
- Die Folge wären sinkende Ölpreise, die vor allem Russland empfindlich treffen würden.
- Der Staatshaushalt und die Kriegsfinanzierung von Putin hängen stark an den Öleinnahmen.
Der erfolgreiche US-Schlag gegen das Regime in Caracas, der mit der Verhaftung von Nicolás Maduro endete, sorgt in Russland für Alarmstimmung. Mit dem Verlust eines engen Verbündeten in Südamerika droht nicht nur geopolitischer Einfluss zu entgleiten – auch der Einfluss im Ölgeschäft steht auf dem Spiel.
Auslöser der Kreml-Sorgen ist vor allem die Perspektive, dass US-Konzerne nun Zugang zu Venezuelas bislang kaum genutzten Erdölreserven erhalten könnten. Venezuela verfügt über die grössten nachgewiesenen Ölreserven der Welt.
Das Land exportiert jedoch im Vergleich zu Russland oder den arabischen Förderstaaten nur geringe Mengen. Der staatliche Konzern PDVSA gilt als marode.
US-Sanktionen hatten die Förderung zusätzlich gebremst. Genau darin sehen russische Analysten nun das Risiko: Eine rasch steigende Produktion könnte die globalen Preise drücken – zulasten Moskaus.
Denn Russlands Haushalt hängt stark an den Öleinnahmen. Für 2026 kalkulierte das Finanzministerium mit einem Preis von 59 Dollar pro Barrel Urals-Öl; zuletzt lag er deutlich tiefer.
Sinkt der Preis weiter, geraten Renten, Beamtengehälter und auch die Kriegsfinanzierung unter Druck. Das könnte dramatische Folgen bis hin zur Machtbasis von Präsident Wladimir Putin haben.
Schneller Sturz von Maduro: «Worst Case» ist eingetreten
Bereits vor dem Umsturz warnte der Energieexperte Igor Juschkow auf dem Portal «finance.mail.ru», es sei «wirtschaftlich und politisch wichtig», dass Maduro «standhaft» bleibe.
Der «Worst Case» sei ein schneller Sturz Maduros, so Juschkow. Der Grund: Dann könnten US-Konzerne nach Venezuela kommen und die Ölproduktion im Land steigern. Das würde zu fallenden Ölpreisen führen.
Ausserdem dürfte eine höhere Produktion in Venezuela auch andere Staaten dazu bringen, ihre Fördermengen zu erhöhen. Damit würden die Preise noch tiefer nach unten gedrückt.
Nicht zuletzt fürchtet Analyst Juschkow eine Signalwirkung: Wenn Sanktionen und Exportbeschränkungen ein Regime zu Fall bringen können, könnte das auch für Russland zum Szenario werden. «Es ist ein Signal für die Amerikaner und Europäer, zu bedenken, dass dasselbe auch Russland passieren könnte.»
Russischer Energieanalyst rechnet mit sinkenden Ölpreisen
Nach der Gefangennahme Maduros rechnet auch der russische Energieanalyst Sergej Suwerow mit sinkenden Ölpreisen – kurz- wie auch mittelfristig. Gegenüber dem Magazin «Argumenti i Fakti» sagte Suwerow: «In den nächsten zwei bis drei Jahren wird ihnen dies ermöglichen, ihre Lieferungen auf dem Weltmarkt deutlich zu steigern.»
Die Folgen für Russland seien offenkundig: Sollten die globalen Ölpreise fallen, werde Moskau einen weiteren Teil seiner Öl- und Gaseinnahmen verlieren. Zusätzlich drohen Verluste aus Milliardenkrediten und Investitionen, die dem Maduro-Regime gewährt wurden.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte auch ein Beitrag des Multimilliardärs und Oligarchen Oleg Deripaska. Er berichtete auf seinem Telegram-Kanal davon, dass Washington den Zugriff auf venezolanisches Öl nutzen werde, um den Preis «für unser Öl nicht über 50 Dollar pro Barrel» steigen zu lassen.
Das setze den Kreml unter massiven Sparzwang – von Ausgabenkürzungen über Privatisierungen bis hin zu höherem Druck auf die Privatwirtschaft. Und all das nur, weil die Amerikaner «mehr als die Hälfte der weltweiten Erdölreserven kontrollieren».















