Ukraine Krieg

    Ukraine-Krieg: Russland will Gefangene vor eigenes Tribunal stellen

    Keystone-SDA
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    Russland will ein eigenes Kriegsverbrecher-Tribunal für den Ukraine-Krieg schaffen. Daran teilnehmen sollen auch Verbündete Russlands, Iran und Syrien.

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    Russische Soldaten durchsuchen ukrainische Kämpfer, nachdem diese das Stahlwerk Asowstal verlassen haben. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Uno hat Anfang Juli Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine aufgenommen.
    • Russland will in einem eigenen Tribunal ebenfalls Kriegsverbrecher verurteilen.
    • An diesem sollen auch verbündete Länder wie Syrien und Iran teilnehmen.

    Russland will mehr als 200 Ukrainer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem noch zu schaffenden internationalen Tribunal verurteilen.

    Da die Vereinten Nationen vom Westen dominiert würden, solle so ein Tribunal stattdessen unter der Führung einer Partnerorganisation Russlands stehen. Dies sagte der Chef des russischen Ermittlungskomitees, Alexander Bastrykin, in einem Interview mit der staatlichen Zeitung «Rossijskaja Gaseta».

    Seinen Angaben nach haben unter anderem Bolivien, der Iran und Syrien Interesse an einer Beteiligung bekundet. Der Internationale Strafgerichtshof hat Anfang des Monats Ermittlungen zu russischen Verbrechen im Ukraine-Krieg aufgenommen.

    Ukraine-Krieg
    Ukrainische Soldaten in einem Aussenbezirk von Kiew helfen einer fliehenden Familie bei der Suche nach einem Fahrzeug. Die US-Regierung geht davon aus, dass russische Soldaten in der Ukraine Kriegsverbrechen begehen. - Emilio Morenatti/AP/dpa

    Wegen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung im Donbass seien bereits mehr als 1300 Strafverfahren gegen mehr als 400 Personen eingeleitet worden. In den Vorermittlungen seien gut 220 Personen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Frieden überführt worden. Dabei handle es sich um Anklagepunkte, die nicht verjähren.

    «92 Kommandeure und ihre Untergebenen wurden angeklagt, 96 weitere, darunter 51 ukrainische Offiziere, zur Fahndung ausgeschrieben», rapportierte Bastrykin.

    Ukraine-Krieg: Russland will ausländische Söldner anklagen

    Der ehemalige Studienfreund von Kremlchef Wladimir Putin berichtete zudem von Ermittlungen gegen Briten, US-Amerikaner, Kanadier, Niederländer und Georgier wegen Söldnertums. Ihnen wird vorgeworfen, aufseiten der Verteidiger im Ukraine-Krieg gekämpft zu haben.

    Zwei Briten und einen Marokkaner haben die mit den Russen verbündeten Separatisten in Donezk deswegen schon zum Tode verurteilt. Noch läuft das Berufungsverfahren. In Russland selbst gilt auf die Todesstrafe ein Moratorium.

    Ukraine Krieg
    Die beiden Briten Aiden Aislin (l.) und Shaun Pinner (Mitte) sowie der Marokkaner Saaudun Brahim wurden in Donezk zum Tode verurteilt. - Twitter

    Russland hat den Einmarsch in der Ukraine im Februar unter anderem mit der Notwendigkeit des Schutzes der russischsprachigen Bevölkerung begründet. Als Kriegsziele hat der Kreml die «Befreiung» der Gebiete Donezk und Luhansk genannt. Diese wurden vor dem Ukraine-Krieg nur zu einem geringen Teil von den Separatisten kontrolliert.

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