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    Ukraine-Krieg: Brite kämpfte und stirbt für Russland

    Simon Binz
    Simon Binz

    Grossbritannien,

    Ein Brite aus South Yorkshire ist offenbar als erster britischer Staatsbürger im Kampf für Russland im Ukraine-Krieg gestorben.

    Ukraine-Krieg Bradley Townsend
    Bradley Townsend in einem Video, das er vor seinem Anschluss an russische Truppen auf Social Media postete. - Screenshot/Youtube

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bradley Townsend (33) schloss sich im April russischen Separatisten im Donbass an.
    • Er wurde vermutlich am 10. Juni durch eine Drohne bei Lyman getötet.
    • Der Fall sorgt in seiner Heimat Yorkshire für Trauer und Fassungslosigkeit.

    Bradley Townsend, ein 33-jähriger Fischer aus Barnsley, verliess Grossbritannien im April. Er wollte sich russischen Separatisten im Osten des Donbass anschliessen. Wie der britische «Guardian» berichtet, hatte er zuvor keinerlei Kampferfahrung und keine familiären Verbindungen nach Osteuropa.

    Gemeinsam mit dem 49-jährigen Ben Stimson und dem 39-jährigen Aiden Minnis kämpfte er anschliessend für Russland im Ukraine-Krieg. Alle drei erhielten dafür die russische Staatsbürgerschaft. Nun ist Townsend offenbar ums Leben gekommen.

    Wie es in dem Bericht heisst, wurde er vermutlich am 10. Juni bei Lyman in der Region Donezk getötet. Eine ferngesteuerte FPV-Drohne soll ihn erwischt haben. Zuvor war er in Videos zu sehen, die pro-russische Accounts veröffentlichten.

    Würdest du für ein anderes Land in den Krieg ziehen?

    Eines davon gehörte offenbar Stimson. Dieser war bereits 2015 in Grossbritannien inhaftiert worden, weil er sich prorussischen Truppen angeschlossen hatte. Also noch vor dem Ukraine-Krieg.

    Sein Tod wurde erst am Montag breit bekannt. Unbestätigte Berichte darüber kursierten aber bereits im Juni. Ein pro-russischer Bericht beschrieb Townsend als «Krieger in einem heiligen Krieg», der sein Leben «für die Sache geopfert» habe.

    Ehemaliger Freund: «Er war ein normaler Typ, der indoktriniert wurde»

    In seiner Heimat Yorkshire löste sein Tod im Ukraine-Krieg Trauer und Frustration aus. Ein ehemaliger Freund schrieb, Townsend habe mit psychischen Problemen und einer Sucht gekämpft.

    Er sei ein «normaler Typ» gewesen. Leute hätten ihn «indoktriniert» und seine Verletzlichkeit als Chance genutzt, um ihn für ihre «verquere Sache» zu rekrutieren. Eine andere Person sprach von «Gehirnwäsche» durch seine britischen Weggefährten.

    In Videos nach seinem Anschluss an die russischen Streitkräfte bezeichnete sich Townsend selbst als «normalen Arbeiterjungen aus Yorkshire». Man sah ihn beim Kartenspielen und Trinken mit Stimson und Minnis.

    Ukraine-Krieg
    Bradley Townsend posiert in russischer Militärkleidung. Der 33-Jährige wurde vermutlich am 10. Juni bei Lyman in der Region Donezk getötet. - Screenshot/X

    Er hatte zudem geschrieben, Bergleute aus dem Donbass hätten in den 1980er-Jahren Bergarbeiter in Yorkshire während Streiks unterstützt. Diesen Gefallen wolle er nun zurückzahlen.

    Minnis würdigte Townsend nach dessen Tod als «geliebten Waffenbruder». Dieser sei «in den Sturm» gegangen und «auf dem Schlachtfeld gefallen». Dabei verglich er die Ukrainer mit Nazis – ein in russischer Propaganda gängiger Vergleich.

    Townsend habe sein Leben «für unsere Sache geopfert». Sein Einsatz sei kurz gewesen, doch er habe «am hellsten gestrahlt», so Minnis weiter.

    «Ich bin nicht wegen einer Selbstmordmission hier»

    Townsend soll seiner Familie erzählt haben, er reise nach Rumänien, als er Grossbritannien im April verliess. Auf Social Media verteidigte er seine Entscheidung, in den Ukraine-Krieg einzuziehen, obwohl ihm bei einer Rückkehr «Verfolgung» drohe.

    Er schrieb: «Ich kam mit der Vorstellung, dass ich wahrscheinlich nicht mehr nach Hause zurückkönnte. Ich würde definitiv verfolgt werden, wenn ich zurückginge. Ich bin nicht wegen einer Selbstmordmission hier, aber mir ist klar, dass das passieren kann. Das war meine eigene Entscheidung, ich wurde zu nichts gedrängt.»

    Ukraine-Krieg
    Tom Tugendhat, ehemaliger Sicherheitsminister und Ex-Soldat, nennt Townsends Entscheidung im Ukraine-Krieg für die Russen zu kämpfen «unglaublich dumm» und «äusserst fehlgeleitet». - Keystone

    Der ehemalige konservative Abgeordnete und Sicherheitsminister Tom Tugendhat diente selbst im Irak und in Afghanistan. Er sprach der Familie sein Beileid aus. Townsends Taten bezeichnete er aber als «unglaublich dumm» und «äusserst fehlgeleitet».

    Es handle sich zweifellos um eine kriminelle Handlung, so Tugendhat. Denn Townsend habe sich einer Armee angeschlossen, die «die brutalsten Kriegsverbrechen begeht, welche die Welt seit Jahrzehnten gesehen hat». Das britische Aussenministerium unterstützt Townsends Familie.

    Kommentare

    User #2785 (nicht angemeldet)

    Alle NATO-Truppen werden an der Ukraine zerschlagen und keiner kann an der Ukraine - Krieg überleben.

    User #6479 (nicht angemeldet)

    Ukraine kann niemals gewinnen, rettet noch was es zu retten gibt

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