Briefpost kommt in zehn Jahren wohl nur noch 3-mal pro Woche

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Bern,

    Wie sieht die Post im Jahr 2036 aus? Post-Chef Pascal Grieder wagt einen Blick in die Zukunft. Er erwartet nur noch drei Zustelltage der Briefpost pro Woche.

    Die Post
    In zehn Jahren könnte die Briefpost nur noch dreimal pro Woche kommen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Post-Chef Pascal Grieder erwartet bis 2036 nur noch drei Briefpost-Zustelltage.
    • Bis Ende 2028 sinkt die Zahl der eigenen Postfilialen von 700 auf 600.
    • Mit dem Paketgeschäft kann die Post den Rückgang bei den Briefen nicht auffangen.

    Wie sieht die Schweizerische Post in zehn Jahren aus? Kommt der Pöstler noch täglich? Gibt es weiterhin Postfilialen? Und wer steuert dann die Postautos?

    Post-Chef Pascal Grieder wagt im «Eco Talk» von SRF einen Blick ins Jahr 2036.

    Dabei rechnet er in verschiedenen Bereichen mit Veränderungen. Besonders deutlich dürfte dies bei der Briefzustellung werden.

    Postzustellung dreimal pro Woche: Reicht das?

    Sechsmal pro Woche landet heute die Briefpost im Briefkasten. In zehn Jahren dürften es laut Grieder nur noch drei Zustelltage sein.

    Für die Kundinnen und Kunden wäre das eine einschneidende Veränderung. Ganz überraschend kommt Grieders Prognose allerdings nicht: In der Schweiz werden seit Jahren immer weniger Briefe verschickt.

    Die Post wird auch in zehn Jahren täglich unterwegs sein – voraussichtlich mit weniger Briefen aber mehr Paketen.

    Paketboom reicht nicht aus

    Im vergangenen Jahr transportierte die Post laut Grieder noch 1,5 Milliarden Briefe. Gleichzeitig stellte sie 180 Millionen Pakete zu.

    Vom wachsenden Onlinehandel profitiert der gelbe Riese zwar. «Die Post ermöglicht das Online-Shopping erst», sagt Grieder in der Sendung.

    Briefe
    In der Schweiz werden immer weniger Briefe verschickt. - keystone

    Das Paketgeschäft kann den Rückgang bei der klassischen Briefpost aber nicht kompensieren. «Wir verlieren mit den Briefen mehr, als wir mit den Paketen verdienen», erklärt der Post-Chef.

    Die sinkenden Mengen hinterlassen ein finanzielles Loch – und führen zu höheren Preisen. Das beschlossene Preispaket soll der Post laut Grieder rund 100 Millionen Franken einbringen.

    Dadurch seien die Preise für die kommenden drei Jahre stabilisiert. Bekanntlich kostet ein A-Standardbrief ab 2027 neu 1.40 Franken und ein B-Post-Brief 1.10 Franken.

    Nur Minderheit der Filialen rentiert

    Unter Druck stehen auch die Postfilialen. Derzeit betreibt der Konzern noch rund 700 eigene Standorte. Bis Ende 2028 soll ihre Zahl auf 600 sinken.

    Wie viele es im Jahr 2036 noch sein werden, lässt Grieder offen. Klar ist: Nur eine Minderheit der eigenen Filialen ist rentabel. Besonders bei Briefaufgaben verdiene die Post aufgrund der sinkenden Zahl an Transaktionen kein Geld mehr.

    Deshalb versucht der Konzern, in seinen Filialen zusätzliche Umsätze zu erzielen. Gleichzeitig betont Grieder, die Präsenz in den Regionen werde nicht einfach abgebaut.

    Die Post verfüge schweizweit über rund 2000 bediente Zugangspunkte. Dazu zählen neben den eigenen Filialen auch Standorte, die von Partnern geführt werden. Während eigene Filialen verschwinden, soll die Zahl der Partnerfilialen steigen.

    «Damit können wir eine konstante Präsenz bei 2000 Zugangspunkten halten», sagt Grieder. Auch 2036 soll es am Postschalter weiterhin möglich sein, Bargeld einzuzahlen.

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    Kommentare

    User #3113 (nicht angemeldet)

    Man sollte eher den Samstag abschaffen

    User #3368 (nicht angemeldet)

    Briefpost…1-2 mal die Woche reicht.

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