Unter Opfern von Geisterfahrer (18) sind zwei Minderjährige

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Grossbritannien,

Bei einer wilden Geisterfahrt in England sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Bilder zeigen nun die Opfer – einige von ihnen waren noch minderjährig.

Unfall
Bei der Geisterfahrt starben fünf junge Männer und zwei Polizisten. Makai Saddington (18) sollte sich bereits wegen eines Polizei-Angriffs verantworten. - keystone/privat

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Unfall in England starben fünf junge Männer und zwei Polizisten.
  • Der Passat war mit falschen Schildern unterwegs und wurde zum Geisterfahrer.
  • Frühere Videos deuten auf riskante Fahrten für Social-Media-Aufmerksamkeit.

Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn bei Middlesbrough in Grossbritannien starben am Samstagmorgen fünf junge Männer und zwei Polizisten.

Ein VW Passat war laut Medienberichten mit falschen Kennzeichen unterwegs und fiel durch riskante Fahrmanöver auf. Auf der Flucht vor der Polizei fuhr der Wagen auf die falsche Autobahnauffahrt und wurde zum Geisterfahrer. Die Polizei brach die Verfolgung sofort ab.

Kurz darauf prallte der Passat frontal in einen Streifenwagen, der nicht an der Verfolgung beteiligt war. Alle sieben Beteiligten starben noch an der Unfallstelle.

Geisterfahrer prallt in Streifenwagen

Bei den getöteten Polizisten handelt es sich um Matthew Blades (37) und Tom Clough (38). Im Passat sassen Michael Robert Cahill (23), Theo Rae (17), Cole Robert Worthy (17), Jakub Matusiak (23) und Makai Saddington (18).

Wie die «Daily Mail» berichtet, wartete Saddington bereits auf einen Prozess. Der 18-Jährige war angeklagt, Polizisten angegriffen und rassistisch beleidigt zu haben.

Inzwischen sind frühere Videos aufgetaucht, die Saddington und andere Beteiligte offenbar bei gefährlichen Fahrten und Polizeiverfolgungen zeigen.

TikTok-Trend soll riskante Fahrten fördern

Die Fälle werden mit einem Tiktok-Trend in Verbindung gebracht, bei dem junge Männer riskante Fahrten filmen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Die Familien der getöteten Polizisten würdigten die beiden Männer. Die Angehörigen von PC Tom Clough nannten ihn «unseren Helden mit einem fantastischen Sinn für Humor». Er habe immer geholfen, wenn er gebraucht worden sei.

Sollten Social-Media-Plattformen Videos gefährlicher Fahrmanöver konsequenter entfernen?

Die Witwe von Matthew Blades sagte, keine Worte könnten ihrem Mann gerecht werden. Er sei «mein geliebter Ehemann, mein bester Freund und der hingebungsvollste Vater unserer zwei kleinen Jungen» gewesen.

Spendenaktion unterstützt Familien der Polizisten

Die Polizeigewerkschaft Cleveland Police Federation sammelt Geld für die Familien. Bis Montagmorgen kamen bereits mehr als 245’000 Pfund zusammen.

Der Unfall erinnert an einen ähnlichen Fall in Irland, bei dem sechs Tage zuvor fünf Jugendliche starben. Sie waren mit einem gestohlenen BMW auf der falschen Seite der Autobahn M9 unterwegs und stiessen mit einem Auto zusammen.

Vier unbeteiligte Menschen wurden schwer verletzt. Expertinnen warnen, dass soziale Medien solche gefährlichen Mutproben verstärken können.

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