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    Betreutes Wohnen: Wenn der Autoschlüssel zur Streitfrage wird

    Redaktion
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    Bern,

    Wenn ältere Menschen Auto fahren, entstehen oft Diskussionen über ihre Fahrtauglichkeit. Neue Regeln kommen jedoch nicht bei allen Senioren gleich gut an.

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    Die Reaktionszeit nimmt mit dem Alter in der Regel zu. Wenn schnelle Reaktionen gefragt sind, können sich Fahrfehler einstellen. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ab 75 Jahren müssen sich alle Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker alle zwei Jahre einer medizinischen Kontrolle unterziehen.
    • Eine Astra-Studie kritisiert kantonale Unterschiede bei Fahreignungstests.
    • Seniorenorganisationen warnen vor pauschalem Verdacht gegen ältere Fahrer.

    Es sind keine einfachen Familiengespräche. Jene, in denen es um das Auto und insbesondere um den Führerschein von Oma oder Opa geht. Oft machen sich Angehörige Sorgen um die Fahrtauglichkeit ihrer Eltern oder Grosseltern. Gleichzeitig bedeutet das Autofahren für die Seniorinnen und Senioren ein Stück Freiheit und Selbstbestimmung.

    Soll die Fahrtauglichkeit älterer Menschen stärker überprüft werden?

    Die Sorgen der Angehörigen sind nicht ganz unbegründet: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit über 75-Jährigen stieg 2025 an. Laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) erhöhte sie sich gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 7659 Fälle.

    Zu den häufigsten Hauptunfallursachen gehören momentane Unaufmerksamkeit, unvorsichtiges Rückwärtsfahren sowie das Missachten des Vortritts.

    Diskutiert man über dieses emotionale Thema, ist es wichtig, die wichtigsten Fakten zu kennen. Zudem können bereits kleine Tipps dazu beitragen, den Sonntagsbesuch angenehmer zu gestalten.

    Ab wann gilt man als fahrunfähig?

    Wer nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt als fahrunfähig. In dieser Zeit darf man kein Fahrzeug führen. So steht es im Schweizer Strassenverkehrsgesetz.

    Ab 75 Jahren müssen sich alle Personen, die ihren Führerausweis behalten wollen, einer obligatorischen medizinischen Untersuchung unterziehen. Diese muss alle zwei Jahre wiederholt werden.

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    Der Fahrsicherheits-Check vom BAFU kann man online durchführen oder kostenlos via Bestellformular bestellen. - Depositphotos

    Wer seine Fahrfähigkeit selbstständig überprüfen möchte, kann beim Bundesamt für Umwelt (BFU) einen kostenlosen Fahrsicherheits-Check absolvieren. Der Check umfasst sechs Themengebiete. Dabei werden unter anderem das Denkvermögen und das Sehvermögen überprüft. Als erste Einschätzung der persönlichen Fahrtauglichkeit sind solche Checks sinnvoll.

    Vier Tipps des BAFU für mehr Fahrsicherheit

    • Nur Auto fahren, wenn Sie sich wohl fühlen.

    • Auf einfachen und bekannten Strecken fahren Sie sicherer.

    • Regelmässig den Fahrsicherheits-Check machen.

    • Bei Unsicherheit eine Fahrberatung in Anspruch nehmen.

    Studie sieht Handlungsbedarf bei Fahreignungstests

    Eine im Auftrag des Astra erstellte Studie aus dem Jahr 2025 zeigt Mängel bei den Fahreignungstests auf. Gemäss der Studie gibt es keine standardisierten Testverfahren. Die Abläufe werden von Kanton zu Kanton unterschiedlich gehandhabt.

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    Was in Bern gilt, muss nicht auch in Zürich gelten. Dadurch werden Lenkerinnen und Lenker nicht gleich behandelt. - Depositphotos

    Nach Ansicht der Studienautoren sollte das Ziel sein, den Prozess schweizweit zu vereinheitlichen.

    Die Studie bemängelt zudem, dass die Zuständigkeiten der beteiligten Fachpersonen häufig nicht klar geregelt seien. Besonders für medizinisches Fachpersonal führe dies zu einer Doppelrolle, weil sie sowohl die medizinische Betreuung als auch die Begutachtung übernehmen. Berufsgruppen wie Fahrlehrpersonen oder Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten würden bei der Beurteilung bislang nicht berücksichtigt.

    Für Senioren ist die Situation nicht einfach

    Oft fühlen sich Seniorinnen und Senioren vor den Kopf gestossen. Viele haben wenig Verständnis für die verschärften Regeln. Auch Bea Heim, Co-Präsidentin von VASOS, der Vereinigung aktiver Seniorinnen und Senioren sowie Selbsthilfeorganisation der Schweiz, spricht sich gegen eine weitere Verschärfung der Kontrollen aus.

    Alt-Nationalrätin Heim schätzt die Mobilität, die ihr das Autofahren ermöglicht. Gleichzeitig erachtet sie regelmässige Fahrtauglichkeitstests, welche die Fahrsicherheit anhand medizinischer Kriterien überprüfen, als wichtig. Diese absolviert sie deshalb auch selbst regelmässig.

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    Ein klares, ehrliches und empathisches Gespräch kann manchmal bereits viel bewirken. - Depositphotos

    Regionale Unterschiede erschweren laut der Astra-Studie den Zugang zu einem fairen Begutachtungsverfahren. Sie empfiehlt deshalb eine schweizweite Harmonisierung der Gesundheits-Checks sowie einen erleichterten Zugang zu qualifizierten Fachpersonen.

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    Kommentare

    User #4866 (nicht angemeldet)

    kein anderes land geht gegen senioren los,ausser die schweiz.ihr leben mussten diese leute hart arbeiten,und hatten keine zeit für ferieen usw,jetzt wo diese pensioniert sind,wird einfach der fahraus weiss abgenommen,obwohl ihre kinder zu faul sind diese mit ihrem auto mitzunehmen. schämt euch ....

    User #4451 (nicht angemeldet)

    🤔Eine kleine Teilschuld haben auch die neuesten Fahrzeuge. Mehr Gebimmel, mehr Bildschirme, für Senioren teilweise zu viel unverständliche Menues und Untermenues-Technik.. Nicht zu vergessen, das ewig eingeschaltene Smartphone in den Händen.. Das lenkt vom Fahren auch ab.

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