Das Ministerium für Staatssicherheit wird im von Russen bewohnten Transnistrien beschossen. Es ist unklar, wer die Anschläge im Ukraine-Krieg ausführt.
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Direkt neben dem Ukraine-Krieg: In der moldawischen Konfliktregion Transnistrien ist nach Angaben der örtlichen Behörden das Ministerium für Staatssicherheit durch Explosionen angegriffen. Auf Fotos, deren Echtheit nicht überprüft werden konnte, waren eingeschlagene Scheiben und ein zertrümmerter Eingang zu sehen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Es kam zu rätselhaften Anschläge in der Separatistenregion Transnistrien (MDA).
  • Das Gebäude für die regionale Staatssicherheit wird seit dem gestrigen Montag beschossen.
  • Bis jetzt ist unklar, ob Russland oder die Ukraine die Angriffe ausführt.

An der Südwestflanke der kriegsgeplagten Ukraine spitzt sich die Lage durch rätselhafte Anschläge in der moldauischen Separatistenregion Transnistrien zu. In dem von vielen Russen bewohnten Landstreifen am Fluss Dnister wurde seit Montag das Gebäude der regionalen Staatssicherheit beschossen. Zwei Rundfunksendemasten wurden gesprengt.

Explosionen gab es angeblich auch in einer Kaserne nahe dem Militärflugplatz von Tiraspol. Der Präsident Transnistriens, Wadim Krasnoselski, sprach am Dienstag von Terroranschlägen. Verletzt wurde den Angaben nach niemand. Die Ukraine und Russland warfen einander vor, mit solchen Provokationen den Krieg ausweiten zu wollen.

«Frieden und Ruhe» trotz Ukraine-Krieg gewünscht

Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, deutete die Unruhe als Ausdruck innerer Konflikte in dem seit 1992 abgespaltenen Separatistengebiet. «Wir sind daran interessiert, dass an den Ufern des Dnister Frieden und Ruhe herrschen.» Dies sagte sie in Chisinau nach Beratungen ihres Sicherheitsrates. Die arme Ex-Sowjetrepublik Moldau orientiert sich unter Sandus Führung in Richtung EU.

Rückhalt der Separatisten in Transnistrien ist ein Kontingent russischer Soldaten, das immer noch dort stationiert ist. Der Waffenstillstand mit Moldau wird von einer Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht. Diese rief alle beteiligten Seiten zu Zurückhaltung und Ruhe auf.

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Die Präsidentin von Moldawien, Maia Sandu, spricht an einer Konferenz mit dem belgischen Premierminister am 13. April 2022 in Chisinau. - Keystone

«Russland will die Region Transnistrien destabilisieren», schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Poldoljak auf Telegram. «Die schlechte Nachricht: Wenn die Ukraine fällt, werden russische Truppen morgen vor Chisinau stehen.»

In Kiew wurde an die Äusserung eines russischen Befehlshabers vergangene Woche erinnert. Demnach wolle Moskau die ganze Südukraine bis nach Transnistrien unter Kontrolle bringen. Bislang beherrscht die Ukraine die Hafenstadt Odessa und den Küstenstreifen am Schwarzen Meer.

Russland beschuldigt Ukraine

Ein russischer Raketenangriff beschädigte am Dienstag aber die Eisenbahnbrücke über die Dnister-Mündung am Schwarzen Meer. Damit reisst eine wichtige Nachschubstrecke für Treibstoff und andere Güter aus dem EU-Land Rumänien ab.

Moskau sei beunruhigt wegen der Nachrichten aus Transnistrien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Der ranghohe russische Parlamentarier Leonid Kalaschnikow sagte: «Die Vorgänge in Transnistrien sind eine Provokation mit dem Ziel, Russland noch tiefer in die Kriegshandlungen in der Region hineinzuziehen.» Die Spuren der Anschläge führten in die Ukraine, sagte Separatistenführer Krasnoselski.

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