Kiew brennt: Russland fliegt heftige Luftangriffe auf die Ukraine

Keystone-SDA
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Ukraine,

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden.

Kiew
Eine Frau blickt auf ein Wohnhaus, das nach einem russischen Raketenangriff in Flammen steht. Foto: Danylo Antoniuk/AP/dpa - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland hat heftige Luftangriffe mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen auf die Ukraine geflogen.
  • In Kiew gab es mindestens zehn Todesopfer und 46 Verletzte, darunter zwei Kinder.
  • Selenskyj warnte noch am Mittwoch vor einem Grossangriff.

Aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es mindestens zehn Tote und 46 Verletzte, darunter zwei Kinder.

Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal «The Kyiv Independent». Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des «Kyiv Independent» war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede.

Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hiess es.

«unglaublich laute Explosionen»

Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russische Bomber seien in der Luft, hiess es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals «unglaublich laute Explosionen», die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien.

Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Informationen zu möglichen Schäden und Opfern lagen zunächst nicht vor.

Selenskyj warnte am Mittwoch vor Grossangriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem bevorstehenden Grossangriff auf die Ukraine gewarnt.

Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen – und «heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs», sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin.

Glaubst du, dass der Krieg in der Ukraine bald beendet werden kann?

Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Seine Landsleute sollten Alarmsignale beachten und Schutzräume aufsuchen.

Russische Verluste steigen offenbar dramatisch

Abseits der täglichen Luftangriffe auf die Ukraine haben die Verteidiger laut US-Kriegsexperten zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Abwehrkampf gegen Russland erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben.

Einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) zufolge machen den Russen neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die steigenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Fast eine halbe Million gefallene russische Soldaten

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heisst es in dem Bericht – allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äusserst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325.000 getöteten Russen und 100.000 bis 140.000 Ukrainern gestanden.

Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hiess es weiter.

Kommentare

User #6063 (nicht angemeldet)

Zum Glück regieren Diktatoren nicht ewig, ihre Zeit ist sehr begrenzt.

User #2269 (nicht angemeldet)

Diese Zahlen sind vorsichtig zu bewerten, es handelt sich westliche Propaganda!!

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