Der Valentinstag kurbelt bei Blumenläden in aller Welt den Umsatz an. In Afghanistan macht den Blumenhändlern allerdings die Sittenpolizei der radikalislamischen Taliban einen Strich durch die Rechnung.
Ein Poster der Taliban-Führung in einem Blumenladen in Kabul
Ein Poster der Taliban-Führung in einem Blumenladen in Kabul - AFP

Das Feiern des Valentinstags sei «nicht islamisch und kein Teil der afghanischen Kultur, sondern ein Tag für die Slogans der Ungläubigen», warnte am Dienstag etwa ein Plakat des Ministeriums für den Schutz vor Laster und die Förderung der Tugend in einem Blumenladen in Kabul.

«Wie Sie sehen können, haben wir keine Kunden. Die Situation ist sehr schlecht», sagte der Blumenhändler Omar aus Kabul der Nachrichtenagentur AFP. Die Taliban hätten ihre Verbotsplakate an alle Blumenläden ausgeteilt.

Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, patrouillierten Beamte des Tugendschutzministeriums in Begleitung von bewaffneten Kämpfern rund um den Blumenmarkt in Kabul. Die Läden waren voll von herzförmigen Girlanden und roten Kuscheltieren. Allerdings blieb die Kundschaft aus.

Feierlichkeiten zum Valentinstag sind in Afghanistan nicht weit verbreitet. Trotzdem hatten einige wohlhabende Einwohner die Traditionen am Valentinstag in den vergangenen Jahren für sich entdeckt. «Aber die Lage hat sich geändert und wir können nicht wie in früheren Jahren feiern», sagte eine junge Frau namens Sahrah, die am Dienstag mit ihrem Mann Blumen kaufte und dann eilig den Laden verliess. «Aber wir werden zu Hause feiern.»

Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 haben die Taliban in Afghanistan weitreichende Restriktionen eingeführt. Musik, soziale Medien und Videospiele werden von der radikalislamischen Führung des Landes geächtet, Frauen werden konsequent aus dem öffentlichen Leben gedrängt.

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