UN: Neues Scheidungsrecht der Taliban benachteiligt Frauen
Ein neues Scheidungsrecht in Afghanistan benachteiligt Frauen und Mädchen. Das sogenannte Dekret Nummer 18 sei ein weiterer Schritt der Aushöhlung der Rechte von Frauen und Mädchen, schrieb die UN-Hilfsmission für Afghanistan (Unama) in einer Stellungnahme.

Der Erlass wurde nach UN-Angaben bereits vor einer Woche veröffentlicht und beinhaltet demnach ungleiche Regeln für Männer und Frauen. Während Männer das einseitige Recht zur Scheidung behielten, müssten Frauen «komplexe und restriktive Verfahren» durchlaufen, um sich von einem Ehepartner zu trennen.
«Das Dekret Nummer 18 ist Teil einer umfassenden und zutiefst besorgniserregenden Entwicklung, in deren Verlauf die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen zunehmend ausgehöhlt werden», sagte Unama-Vizechefin Georgette Gagnon laut der Mitteilung.
Besonders von Bedeutung sei die Auswirkung des Erlasses auf Mädchen, hiess es weiter. Ein Kapitel befasse sich mit der Trennung von Mädchen, die die Pubertät erreichten. Dies impliziere, dass Kinderheirat erlaubt sei.
Erst zu Beginn des Jahres hatte ein Erlass der islamistischen Taliban-Regierung in Afghanistan für Aufsehen gesorgt: Das sogenannte Dekret Nummer 12 hebt laut der UN-Frauenorganisation UN Women die Gleichstellung von Mann und Frau vor dem Gesetz formell auf, hiess es damals.
Im Sommer 2021 hatten die Taliban nach einer Blitzoffensive in Afghanistan wieder die Macht an sich gerissen. Seither beschneiden sie systematisch den Zugang von Frauen und Mädchen zu höherer Bildung und dem Arbeitsmarkt.














