Mount Everest

Mount Everest: Bergsteiger vermüllen höchste Basislager der Welt

Simon Binz
Simon Binz

Nepal,

Camp IV am Mount Everest, das höchste Basislager der Welt, versinkt im Abfall: Zerrissene Zelte, leere Sauerstoffflaschen und menschliche Exkremente im Schnee.

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So vermüllt sieht Camp IV beim Mount Everest mittlerweile aus. - Instagram@angelova_angelina

Das Wichtigste in Kürze

  • Camp IV auf dem South Col ist mit Zelten, Sauerstoffflaschen und Abfällen übersät.
  • Am 20. Mai erklommen Rekord-274 Bergsteiger den Everest via Nepal an einem Tag.
  • 2024 räumten Sherpas elf Tonnen Müll weg – teils 69 Jahre altes Material.

Was einmal einer der aussergewöhnlichsten Orte der Erde war, gleicht heute einer Müllhalde. Auf dem South Col, dem Hochlager zwischen Mount Everest und Lhotse auf 7'925 Metern, türmen sich verlassene Ausrüstungsgegenstände, flattern zerschlissene Zelte im Sturm. Videos, die auf sozialen Medien kursieren, zeigen das Ausmass der Verwüstung.

«Was einer der aussergewöhnlichsten Orte des Planeten sein sollte, ist in vielerlei Hinsicht zu einem der hässlichsten Gesichter der Kommerzialisierung des Everest geworden», schrieb der auf Everest-Expeditionen spezialisierte Account «Everest Today» auf X. «Der Berg verdient Besseres.»

Was muss gegen die Vermüllung am Everest geschehen?

Camp IV ist die letzte Ruhestelle vor dem Gipfelsturm durch die sogenannte Todeszone – jenen Bereich oberhalb von 8'000 Metern, in dem der Sauerstoffgehalt der Luft nur noch rund ein Drittel des normalen Wertes beträgt. Experten raten, sich dort nicht länger als 20 Stunden aufzuhalten.

Andrang beim Mount Everest hat Rekordzahlen erreicht

Der Andrang am Mount Everest hat zuletzt Rekordhöhen erreicht. Am 20. Mai erklommen 274 Bergsteiger allein über die nepalesische Südroute den Gipfel – mehr als je zuvor an einem einzigen Tag.

Fast 500 ausländische Kletterer erhielten in diesem Jahr eine Genehmigung, ebenfalls ein Rekordwert. Drohnenaufnahmen zeigen Hunderte von Bergsteigern, die sich in langen Schlangen Richtung Gipfel stauen.

Dabei würden die Risiken durch gutes Sauerstoffmanagement beherrschbar, meint Lukas Furtenbach von Furtenbach Adventures aus Österreich. «Wenn die Teams genug Sauerstoff dabei haben, ist es kein grosses Problem», sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

«Im Vergleich zu alpinen Gipfeln wie der Zugspitze, die täglich 4'000 Besucher zählt, ist die Zahl 274 auf einem zehnmal grösseren Berg eigentlich nicht viel.»

Bereinigung ist schwierig

Bereinigen lässt sich die Vermüllung nur schwer. 2024 schaffte es eine Gruppe aus Sherpas und nepalesischen Soldaten, elf Tonnen Müll vom Berg zu holen und vier Leichen zu bergen.

Für die Bergung einer einzelnen, vollständig im Eis eingeschlossenen Leiche brauchte das Team zwei Tage. Unter dem gefundenen Schrott befanden sich Materialien, die bis zu 69 Jahre alt waren.

Seit September 2025 kostet eine Genehmigung zur Besteigung 15'000 Dollar – eine Erhöhung gegenüber den bisherigen 11'000 Dollar.

Kommentare

User #4933 (nicht angemeldet)

Das wäre doch etwas für die Klima Kleber. Aufräumen am Himalaya.

User #3915 (nicht angemeldet)

...nehmen wir halt "die leeren da oben ihre Gedärme", wie eklig und schamlos.

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