Taliban

    Taliban kassieren Überfluggebühren – auch von Schweizern

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg

    Afghanistan,

    Aufgrund des Iran-Kriegs weichen Fluggesellschaften auf Flugrouten über Afghanistan aus. Die Taliban kassieren dank Gebühren für Überflüge Millionen.

    Flugzeug
    Derzeit fliegen aufgrund des Iran-Kriegs überdurchschnittlich viele Flugzeuge über Afghanistan. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Taliban profitieren aktuell von hohen Einnahmen durch Überfluggebühren in Afghanistan.
    • Die im Gegenzug zu erwartende Flugsicherheit wird von den Taliban nicht gewährleistet.
    • Aufgrund des Iran-Kriegs fliegen momentan rund fünfmal mehr Flüge über Afghanistan.

    700 Dollar (550 Franken) pro Flugzeug – das sind die Einnahmen der Taliban für Flugzeuge, die über Afghanistan fliegen. Demgegenüber unternehmen die Taliban kaum etwas, um die Flugsicherheit zu gewährleisten.

    Wöchentlich fliegen derzeit fast 2000 Flugzeuge über das Land, rund fünfmal mehr als noch vor einem Jahr. Daraus resultieren Einnahmen von rund 1,4 Millionen Dollar pro Woche oder über 70 Millionen Dollar pro Jahr, wie SRF berichtet. Das sind rund 1,1 Millionen Franken pro Woche und 54,7 Millionen Franken pro Jahr.

    Verantwortlich dafür ist sowohl der Iran-Krieg im Süden als auch der Krieg in der Ukraine im Norden. Aktuell gibt es beinahe keinen anderen Weg von Europa nach Asien als über den Luftraum von Afghanistan. Die einzige andere sinnvolle Route führt über Saudi-Arabien.

    Schweizer Passagiere sind indirekt betroffen, weil auch Schweizer Airlines die Überfluggebühren in die Ticketpreise einrechnen.

    Überfluggebühren, wie sie die Taliban verlangen, sind grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. In Europa funktioniert das System über eine zentrale Organisation namens Eurocontrol. Sie zieht die Gebühren ein und verteilt sie an die nationalen Flugsicherheitsbehörden.

    Die in der Schweiz verantwortliche Behörde Skyguide erhielt im vergangenen Jahr 623 Millionen Franken aus diesen Einnahmen. Das Geld fliesst in den Betrieb und die Überwachung des Schweizer Luftraums.

    Gebühren üblicherweise von Distanz und Gewicht abhängig

    Die Höhe der Gebühren richtet sich normalerweise nach zurückgelegter Distanz und Gewicht des Flugzeugs. Je schwerer und weiter, desto mehr wird bezahlt. Dieses System ist international verbreitet und gilt als Standard in der Luftfahrt.

    Afghanistan macht es anders. Dort spielt es keine Rolle, wie schwer das Flugzeug ist oder wie weit es durch den Luftraum fliegt.

    Pro Passagierflugzeug wird der fixe Betrag von 700 Dollar fällig. Dieses Modell gilt seit 2017, trat also in Kraft, bevor die Taliban an die Macht kamen.

    Taliban verlangen Geld für Luftraum ohne funktionierende Sicherung

    Besonders auffällig ist, dass Afghanistan keine funktionierende Flugsicherung betreibt. In anderen Ländern überwachen Fachleute am Boden den Luftraum und leiten die Flugzeuge sicher durch. In Afghanistan fehlt dieses System.

    Pilotinnen und Piloten müssen sich deshalb selbst organisieren. Sie informieren sich gegenseitig aktiv über ihre Höhe, Position und Geschwindigkeit, wie die «Sonntagszeitung» schreibt.

    Würdest du dich in ein Flugzeug setzen, das Afghanistan überfliegt?

    Bevor ein Flug den afghanischen Luftraum durchquert, muss er vorgängig per E-Mail bei den afghanischen Behörden angemeldet werden. Diese Behörden ziehen dann auch die Gebühren ein.

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    Kommentare

    User #2229 (nicht angemeldet)

    Die Schäden nach 40 Jahren Krieg müssen eben auch irgendwie bezahlt werden. vielleicht können sie sich dann auch mal richtige Schulen leisten. Diese Islamschulen, die sie haben, sind nicht das Gelbe vom Ei. Behindern nur die Entwicklungsmöglichkeiten.

    User #4485 (nicht angemeldet)

    Schickt Trump ❤️. Er wird zuerst Verhandlungen vorschlagen, wenn die Taliban nicht verhandeln wollen, und das wollen sie sicher nicht, dann lasst ihn dort auch endlich mal aufräumen.

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