Taliban-Gebiet: Swiss muss wegen Iran-Krieg über Afghanistan fliegen
Der Krieg im Iran zwingt die Swiss zu riskanten Umwegen über Afghanistan – einem Luftraum ohne klassische Flugsicherung, aber mit Überflugsgebühren.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem Iran-Krieg weichen Airlines, darunter die Swiss, über Afghanistan aus.
- Die dortigen Taliban verlangen 700 Dollar pro Überflug, ohne klassische Flugsicherung.
- Piloten sehen sich zunehmender Verantwortung ausgesetzt, bei Treibstoff wird aufgestockt.
Der Krieg im Iran fordert von den europäischen Airlines ein Umdenken.
Auch etwa die Swiss weicht aus aktuellem Anlass, berichtet die «Sonntagszeitung», verstärkt über Afghanistan aus.
Seit der Sperrung des iranischen Luftraums bleiben Airlines nur zwei Routen nach Asien. Die Südroute führt über die arabische Halbinsel, die Nordroute durch Afghanistan.
Letzterer Luftraum steht unter Kontrolle der Taliban. Diese kassieren pro Überflug 700 Dollar – etwa 550 Franken – obschon von einer Flugsicherung jede Spur fehlt.
Taliban ordnen klare Regeln an
Aufgrund der fehlenden Versicherung müssen Flugzeuge einen Mindestabstand von 15 Minuten einhalten.
Nachbarländer wie Pakistan kontrollieren diese Regelung nach dem Verlassen des afghanischen Luftraums.
Piloten müssen sich im afghanischen Luftraum selbst koordinieren, es gibt keine Fluglotsen für Afghanistan. Sie informieren sich aktiv über Höhe, Position und Geschwindigkeit. Diese Kommunikation erfolgt direkt zwischen den Cockpits.
Die Fluglotsen verabschieden sich an der Grenze: Mit eingeschalteten Aussenlichtern durchquerten die Piloten anschliessend Afghanistan. Die Pauschalsätze von 700 Dollar gehören zu den höheren im internationalen Vergleich.
Swiss bestätigt Flüge über Afghanistan
Die Swiss äussert sich gegenüber der «Sonntagszeitung» zurückhaltend zur Anzahl ihrer Afghanistan-Überflüge. Täglich könnten elf Swiss-Maschinen potenziell diese Route wählen. Ziele sind unter anderem Mumbai oder Bangkok.
Der tägliche Flug LX 154 von Zürich nach Mumbai nutzt regelmässig die Nordroute. Flugtracker-Daten bestätigen laut Überflüge über Afghanistan. Die Airline betont, mehrere Routenoptionen zur Verfügung zu haben.
Piloten bewerteten diese Überflüge grundsätzlich als unproblematisch. Sie würden sich in sicherer Höhe von etwa 10'000 Metern bewegen.
Die Swiss schult ihre Piloten speziell für diese Verfahren.
Swiss und Edelweiss erhöhen Treibstoff-Zuschläge
Die internationale Luftfahrtbranche blickt nervös auf den Treibstoffmarkt. Der Krieg im Nahen Osten treibt die Preise für Kerosin nach oben.
Zugleich wächst die Sorge, dass es in einzelnen Regionen bald nicht mehr nur um höhere Kosten geht. Sondern auch um die Frage, ob überhaupt noch genug Treibstoff verfügbar ist.
Spürbar verändert haben sich hingegen die Ticketpreise. Swiss und Edelweiss bestätigten gegenüber Nau.ch, dass sie die sogenannte International Surcharge infolge des gestiegenen Ölpreises erhöht haben.





















