Krieg

Afghanistan: Munition aus 40 Jahren Krieg fordern weiter Opfer

Keystone-SDA
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Afghanistan,

Kinder sind in Afghanistan weiterhin besonders von Minen und nicht explodierter Munition betroffen. «Kinder zahlen den höchsten Preis», schrieb der UN-Sonderberichterstatter für Afghanistan, Richard Bennett, in einer Stellungnahme zum heutigen internationalen Tag der Minenaufklärung.

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Afghanistan ist eines der am stärksten verminten Länder weltweit - AFP/Archiv

Seit über 40 Jahren kämpfen in Afghanistan verschiedene Gruppen. Explosive Überreste im Land reichen daher von Munition aus Zeiten sowjetischer Besatzung Ende der 1970er Jahre bis zu improvisierten Minen der vergangenen Jahre, erklärt Nick Pond, Chef des Minenräumprogramms der UN in Afghanistan.

Kinder fänden die Reste beim Spielen oder Weiden von Tieren, beschrieb Pond die Gefahren bei einer Pressekonferenz kürzlich in Kabul. Mitte Februar beispielsweise sei ein Blindgänger explodiert, den eine Gruppe von Jungen in Nangarhar im Osten des Landes in ein Feuer geworfen habe. Zwei Jungen seien sofort tot gewesen, ein weiterer später an seinen Verletzungen verstorben. Jetzt könnten noch weitere Gefahren hinzukommen.

Seit Ende Februar kämpfen Afghanistan und sein Nachbarland Pakistan wieder miteinander. Islamabad wirft Kabul vor, im Land Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die islamistischen Taliban in Kabul bestreiten das. Pakistan flog zwar auch immer wieder Luftangriffe in Afghanistans Landesinnern. Aber im gemeinsamen Grenzgebiet konzentrieren sich derzeit die Kämpfe.

Dort konnte der Dänische Flüchtlingsrat (DRC) nach eigenen Angaben in dieser Woche acht Überreste von Raketen und Granaten entfernen. Die Sprengkörper waren nach Ausbruch der Kämpfe zwischen den Nachbarländern gefunden worden. Von wem sie stammen, liess sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Organisation räumt im Grenzgebiet weiter und versucht Anwohner aufzuklären. Denn gerade Afghanen, die aus Pakistan zurückkehrten, seien sich der Gefahren häufig noch nicht bewusst, schreibt DRC in einer Mitteilung. Doch für einen Ausbau der Programme fehlt häufig Geld.

Internationale Hilfen sind seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stark zusammengestrichen worden. 2011 seien noch 15.000 Minensucher und Ausbilder im Land aktiv gewesen, heute seien es lediglich 1.300, sagte Nick Pond in Kabul.

Daher fordert auch der UN-Sonderberichterstatter für Afghanistan mehr Geld von der internationalen Gemeinschaft. «Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung, dass Kinder Minen nicht mehr als Spielzeug missverstehen», schrieb Richard Bennett.

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