Bericht: 372 Zivilisten im Afghanistan-Pakistan-Konflikt getötet
Im Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan sind im ersten Quartal 2026 UN-Informationen zufolge mindestens 372 Zivilisten ums Leben gekommen.

Weitere 397 Menschen wurden verletzt, wie aus einem Bericht der UN-Unterstützungsmission (Unama) in Afghanistan hervorgeht. Die meisten Opfer wurden demnach nach Ausbruch des Kriegs Ende Februar verzeichnet.
Unama zufolge waren die pakistanischen Streitkräfte in 94 Fällen für zivile Opfer verantwortlich, in einem Fall Kräfte der in Afghanistan herrschenden Taliban. Bei einem besonders verheerenden Angriff in Kabul kamen Mitte März mindestens 269 Menschen ums Leben, als Pakistans Luftwaffe eine Entzugsklinik bombardierte. 122 weitere Menschen seien verletzt worden.
Die tatsächliche Opferzahl könnte laut der UN-Mission bei dem damaligen Angriff in der afghanischen Hauptstadt jedoch noch deutlich höher liegen. Mehrere Leichen seien nicht identifizierbar gewesen. Familien suchten bis heute nach ihren Angehörigen, da nicht alle Patientendaten offen liegen. «Berichten zufolge holten einige Angehörige die Leichen ihrer getöteten Verwandten direkt aus den Spitälern ab und beerdigten sie», hiess es.
Regierungsvertreter der islamistischen Taliban hatten direkt nach dem Luftangriff von mehr als 400 Todesopfern gesprochen.
Die bei dem Luftangriff getroffene Entzugsklinik befand sich auf einem ehemaligen Nato-Militärgelände. Drogenabhängige aus der Hauptstadt seien dorthin verbracht worden, berichtete die britische BBC. Die Klinik soll über mehr als 2.000 Betten verfügt haben.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fand nach Auswertung von Satellitenbildern keine Belege dafür, dass die Entzugsklinik für militärische Zwecke verwendet worden sei. Ein Angriff auf eine Klinik könne aufgrund der Unverhältnismässigkeit als Kriegsverbrechen gewertet werden.
Ende Februar hatte Pakistan einen «offenen Krieg» gegen das Nachbarland Afghanistan erklärt. Die Regierung in Islamabad wirft den Taliban vor, militante Gruppen zu unterstützen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul bestreitet das. Vertreter Afghanistans und Pakistans trafen sich Anfang April zu Gesprächen in der südchinesischen Stadt Urumqi.










