Fussball-Filmfestival bringt Fankultur ins Berner Kino Rex
Vier Filme, eine Podiumsdiskussion und Gespräche bei Bier und Wurst: Das «Match Cut Fussball Film Fest» geht am 5. und 6. Juni 2026 in seine neunte Ausgabe.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 5. und 6. Juni 2026 findet das Match Cut Fussball Film Fest statt.
- Gezeigt werden unter anderem vier Filme rund um die Fankultur.
- Dazu gibt es bei Wurst und Bier Zeit für Diskussionen.
Wenn im Kino Rex Fussballfilme über die Leinwand flimmern, geht es längst nicht nur um Tore, Tabellen oder Transfers. Das «Match Cut Fussball Film Fest» versteht sich seit Jahren als Plattform für Fussballkultur und gesellschaftliche Debatten.
Am nächsten Wochenende vom 5. bis 6. Juni 2026 findet die Veranstaltung bereits zum neunten Mal statt.
«Wir sind nicht Pioniere, sondern Nachahmer der Festivals in Berlin, Basel und St. Gallen», sagt Mitorganisator Res Hofer. Inzwischen sei Match Cut allerdings das einzige Fussballfilmfestival dieser Art in der Schweiz.
Hinter dem Event stehen das Fussballokal Halbzeit, Radio Gelb-Schwarz und der Blog «Zum Runden Leder». «Mit dem Kunstkino Rex haben wir vor zehn Jahren einen tollen Partner gefunden», so Hofer.
Schwerpunkt Fankultur
Inhaltlich setzt das Festival jeweils eigene Schwerpunkte. Dieses Jahr steht die Fankultur im Zentrum.
Zu sehen sind am 5. und 6. Juni insgesamt vier Filme. Den Auftakt machen am Freitag die beiden Streifen «Kutte» und «360 Pieces».
In «Kutte» begeben sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Suche nach dem Besitzer einer verlorenen Raubkutte aus Darmstadt.
In «360 Pieces», am diesjährigen 11mm Fussballfilmfestival Berlin mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, geht es um sechs Protagonisten eines mysteriösen Fussballpuzzles. Anschliessend folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema «Fankultur früher und heute».

Der Samstag beginnt mit «Wochenendrebellen». Der Film erzählt die Geschichte eines autistischen Jungen und seines Vaters. Die beiden reisen quer durch Deutschland, um einen Lieblingsfussballclub zu finden.
Für Hofer gehört der Film zu den besonderen Programmpunkten der diesjährigen Ausgabe: «Mit ‹Wochenendrebellen› haben wir auch einen familienkompatiblen Blockbuster dabei. Nebst unserem Schwerpunkt müssen die ausgewählten Filme natürlich auch ein gewisses Niveau haben», so Res Hofer.
Danach bildet mit «Offside» ein Film des iranischen Regisseurs Jafar Panahi den Festivalabschluss. Gedreht wurde er während des realen WM-Qualifikationsspiels zwischen Iran und Bahrain 2005. Offside erzählt von den einfallsreichen Versuchen junger Frauen, sich ins Azadi-Stadion in Teheran zu schmuggeln.
Nicht nur für Fussballfans
Zwischen den Programmpunkten und rund um das Festival bleibt genug Zeit, bei Wurst und Bier (jeweils ab 17.30 Uhr) gemeinsam über das Gesehene zu diskutieren.
Hofer betont ausdrücklich, dass sich das «Match Cut Fussball Film Fest» nicht ausschliesslich an Fussballfans richtet. «Es sind alle, die sich in irgendeiner Form für gesellschaftlich relevante Themen interessieren, willkommen. Dazu ist uns der Austausch zwischen Menschen und verschiedenen kulturellen Strömungen wichtig.»
Eine klare Haltung vertritt das Kollektiv auch gegenüber den schwierigen Auswüchsen im Fussball und in der Gesellschaft. Diese sehe man generell kritisch.
Entsprechend positioniert man sich auch bei aktuellen Entwicklungen rund um den internationalen Fussball. «Darum übertragen wir in der Halbzeit als Fussballlokal die WM bei Trump nicht. Nicht als Boykott, sondern weil kein Bock», so Hofer.












