Coronavirus

    Reichen die Corona-Beschlüsse? Intensivmediziner skeptisch

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Die Lage sei sehr sehr beunruhigen: Intensivmediziner-Chef Gernot Marx zweifelt an der Wirksamkeit der neuen Beschlüsse zur Corona-Bekämpfung. Einen Grund zur Panik sehe er aber nicht.

    «Ich bin mir nicht sicher, ob die beschlossenen Massnahmen wirklich ausreichen», sagt Gernot Marx. Foto: Michael Kappeler/dpa
    «Ich bin mir nicht sicher, ob die beschlossenen Massnahmen wirklich ausreichen», sagt Gernot Marx. Foto: Michael Kappeler/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, zweifelt daran, dass die neuen Beschlüsse zur Corona-Bekämpfung ausreichend sind.

    Er mache sich grosse Sorgen wegen des ungebremsten Infektionsgeschehens und einer exponentiell steigenden Belastung der Intensivstationen, so Marx im Deutschlandfunk. «Ich bin mir nicht sicher, ob die beschlossenen Massnahmen wirklich ausreichen, dass wir die Pandemie hier erfolgreich bekämpfen», sagte Marx.

    Lage ist sehr beunruhigend

    Es gebe keinen Grund zur Panik, die Lage sei aber sehr sehr beunruhigend, schätzte Marx die Lage auf Intensivstationen generell ein. In einigen Regionen sei die Lage äusserst angespannt und am Limit. In vielen Bereichen sei das normale planbare OP-Programm noch durchführbar, aber in Regionen wie Berlin, Bayern, Sachsen und Thüringen an vielen Orten nicht mehr. Kliniken schalteten zunehmend auf Notfallmodus. «Damit ist schon verbunden, dass das sehr hohe Niveau der allgemeinen Gesundheitsversorgung in unserem Land nicht in gewohnter Weise zur Verfügung steht», sagte Marx.

    Die allermeisten Covid-Intensivpatienten sind Marx zufolge nicht geimpft. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen einer niedrigen Impfquote und hohen Fallzahlen an Covid-Patienten. Im Schnitt landeten 0,8 bis 1 Prozent von neu Infizierten in zehn bis zwölf Tagen auf einer Intensivstation.

    Marx begrüsst das Drei-Stufen-Verfahren

    Das von Bund und Ländern verabredete Drei-Stufen-Verfahren für Corona-Beschränkungen in Abhängigkeit der Rate von Klinikeinweisungen von Covid-Erkrankten begrüsste Marx. Ob das ausreiche, müsse man abwarten. Marx kritisierte aber das Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Es gebe eine solche Lage. «Wir würden auch ein Medikament mit sehr hoher Wirkung und sehr hohen Nebenwirkungen nur im Notfall nehmen. Aber wenn es dann darauf ankommt, sind wir dann froh, dass wir die im Schrank haben», machte Marx deutlich.

    Der Immunologe Michael Meyer-Hermann bezeichnete das Auslaufen der Notfall-Lage als «absurde Entscheidung». In den ARD-«Tagesthemen sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ferner, man wisse aus anderen Ländern, dass die 2G-Regel, also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, nicht reiche, um den aktuellen Anstieg zu bremsen. Auch eine massive Impfkampagne helfe nicht, «um diese vierte Welle jetzt sofort zu brechen». Effekte seien erst im Januar oder Februar sichtbar. Dennoch bleibe das Impfen die einzige Chance, das Corona-Problem zu lösen. Entweder bekomme eine Person das Virus oder werde geimpft. Die zweite Option sei die bessere Wahl.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Wildtiere Zaun
    136 Interaktionen
    Ist Wolf schuld?
    Titlis
    12 Interaktionen
    Technische Störung

    MEHR IN NEWS

    Wallisellen ZH
    Wallisellen ZH
    teppich
    Paris
    Uster
    Matzingen TG

    MEHR CORONAVIRUS

    204 Interaktionen
    Erkältungssaison
    Biontech
    34 Interaktionen
    Covid-Impfung
    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Putin
    25 Interaktionen
    Berlin
    merino
    Splitter im Sitz
    Frankfurt
    5 Interaktionen
    Städtereise
    afd
    64 Interaktionen
    Sitz weg