Papst in Algerien auf den Spuren des heiligen Augustinus
Berberisch, arabisch, europäisch, afrikanisch: In Algerien treffen viele kulturelle und religiöse Einflüsse zusammen. Das flächenmässig grösste Land Afrikas reicht vom Mittelmeer bis weit in die Sahara. Es grenzt an Mauretanien, Marokko, Mali, Niger, Libyen, Tunesien sowie an das rechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara. Vom 13. bis zum 15. April besucht mit Leo XIV. erstmals ein Papst das nordafrikanische Land.

Zum Auftakt seiner elftägigen Afrikareise wird der ehemalige Leiter des Augustinerordens die frühere Wirkungsstätte des heiligen Augustinus besuchen und sich für den Dialog zwischen Christen und Muslimen starkmachen, meldete die Nachrichtenagentur Kathpress.
Staatschef Algeriens ist der 80-jährige Abdelmadjid Tebboune. Im Jahr 2019 folgte er auf Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika, der nach Massenprotesten zurückgetreten war. Das Land ist laut Verfassung eine demokratische Volksrepublik, die die Grundrechte gewährleistet. Nichtregierungsorganisationen kritisieren jedoch Einschränkungen der Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit. Die soziale und wirtschaftliche Lage in dem ressourcenreichen Land ist angespannt, die Arbeitslosigkeit insbesondere unter jungen Menschen hoch.
Rund 130 Jahre lang stand das Land unter der Kolonialherrschaft Frankreichs. Mitte des 20. Jahrhunderts lebten eine Million Europäer mit französischer Staatsbürgerschaft in Algerien. Der brutale Unabhängigkeitskrieg mit Hunderttausenden Toten begann 1954 und dauerte knapp acht Jahre. In dessen Folge verliessen Hunderttausende Algerienfranzosen das Land.
Zwischen 1992 und 2002 starben im algerischen Bürgerkrieg zwischen muslimischen Fundamentalisten und staatlichen Sicherheitskräften bis zu 200'000 Menschen. Unter ihnen waren auch katholische Ordensleute, die in den Konfliktgebieten ausharrten und sich für die Versöhnung einsetzten. 2018 wurden 19 Märtyrer aus dieser Zeit von der katholischen Kirche seliggesprochen. Die Entführung und spätere Enthauptung von sieben Trappistenmönchen aus dem algerischen Kloster Tibhirine sowie die Ermordung von Pierre Lucien Claverie durch eine Bombe in seiner Bischofskirche jähren sich 2026 zum 30. Mal.
Heute machen Katholiken etwa 0,2 Prozent der rund 46 Millionen Algerier aus. Ihre Kirche ist als einzige christliche Gemeinschaft offiziell registriert. Staatsreligion ist wie in allen Maghrebländern der Islam. Dabei war das Christentum seit seinen Anfängen in der Region vertreten. In der Spätantike war Numidien in Nordafrika ein christlich geprägtes Gebiet.
Der heilige Augustinus wurde 354 im heutigen Souk-Ahras geboren und starb 430 in seiner Bischofsstadt Hippo Regius. Damals gab es gut 300 Diözesen in der Region. Mit der arabisch-islamischen Eroberung Nordafrikas flohen viele Christen oder konvertierten zum Islam.













