Vatikan warnt Piusbruderschaft vor schweren Folgen
Der Vatikan hat die Piusbruderschaft vor den Folgen der angekündigten Weihe von weiteren Bischöfen gewarnt. Die angekündigten Bischofsweihen seien «ein schismatischer Akt», die formelle Zustimmung dazu stelle «eine schwere Beleidigung Gottes» dar und ziehe gemäss Kirchenrecht die Exkommunikation nach sich, erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Manuel Fernández, in einer Mitteilung der Pressestelle des Heiligen Stuhls am Mittwoch.

Weiter heisst es, dass Papst Leo weiterhin im Gebet darum bitte, dass die Verantwortlichen der Bruderschaft ihren Kurs ändern und zur Einheit mit Rom zurückkehren. Hintergrund der Äusserungen sind die für 1. Juli angekündigten Bischofsweihen der mit Rom nicht in voller Gemeinschaft stehenden Priesterbruderschaft.
Nach Darstellung der traditionalistischen Bruderschaft soll damit ihr Fortbestand gesichert werden. Von den vier 1988 durch Gründer Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten Bischöfen leben noch zwei. Bischofsweihen ohne Zustimmung des Papstes gelten nach katholischem Kirchenrecht als Straftat und ziehen die Exkommunikation der beteiligten Spender und Empfänger nach sich.
Nach jahrelanger Funkstille hatte der Vatikan nach der Ankündigung neuer Weihen im Februar die Wiederaufnahme des Dialogs mit der Piusbruderschaft angeboten. Die Gemeinschaft lehnte dies jedoch kurz darauf ab. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. verweigert die meisten Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und beharrt auf alten Formen des Gottesdienstes. Ihr gehören weltweit mehr als 700 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich.














