Russland will Erdöl nun vermehrt nach Südostasien exportieren. Damit sollen sinkende Lieferungen nach Europa kompensiert werden.
Dmitri Peskow
Kremlsprecher Dmitri Peskow. - sda - Keystone/Pool Sputnik Kremlin/AP/Alexei Nikolsky

Das Wichtigste in Kürze

  • Sinkende Erdöl-Exporte nach Europa will Russland durch Lieferungen nach Asien ersetzen.
  • Putin akzeptiert ausserdem von «unfreundliche Staaten» nur noch Rubel.

Russland will sinkende Erdöl-Lieferungen in europäische Länder durch Exporte nach Asien ersetzen. Es gebe auch einen Markt «in Südostasien, im Osten». Dies sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

Der Weltmarkt sei vielseitiger als nur der europäische Markt. «Obwohl natürlich der europäische Markt Premium ist», räumte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein.

Peskow reagierte damit auf die Ankündigung des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz. Nach dieser werde es «ziemlich schnell gehen», die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energieimporten zu beseitigen. In der ARD-Sendung «Anne Will» hatte Scholz am Sonntag gesagt, bei Kohle und Öl könne Deutschland das schnell schaffen.

Erdgas nach Europa nur gegen Rubel

Zugleich machte Peskow klar, dass Russland darauf bestehe, dass Erdgaslieferungen an europäische Länder künftig in Rubel bezahlt werden müssten. Es sei klar, dass Russland im Fall einer Weigerung Gas «nicht umsonst» nach Europa liefern werde. Das sei in der derzeitigen Situation Russland «kaum möglich und sinnvoll».

Putin hatte vergangene Woche angekündigt, Gas-Lieferungen an «unfreundliche Staaten» nur noch in Rubel abzurechnen. Dies würde die unter Druck geratene russische Währung stützen, weil sich die Importländer Rubel beschaffen müssten. Zu den betroffenen Ländern gehört auch Deutschland. Bislang wurden die Gas-Lieferungen etwa von Deutschland in Euro gezahlt.

Bisher setzt Russland trotz seines Angriffskrieges gegen die Ukraine und der Sanktionen des Westens seine Gaslieferungen nach Europa unvermindert fort.

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