Kommunikation: So machen Sie Internet und TV kindersicher
So machen Eltern Internet und TV kindersicher: mit Profilen, Routerfiltern, offener Kommunikation und festen Regeln sowie zeitlicher Beschränkung.

Das Wichtigste in Kürze
- Kindersicherung online klappt am besten, wenn Eltern mit ihren Kindern sprechen.
- Profile, Routerfilter und feste Zeiten schützen Kinder vor verbotenen Inhalten.
Eltern stehen heute vor einer kniffligen Aufgabe. Kinder sollen digitale Medien nutzen dürfen, aber nicht ungeschützt. Familien besitzen oft gleich mehrere Geräte. Umso wichtiger ist es, eine klare und sichere Lösung für Kinder und Jugendliche aufzuzeigen.
Ein sicheres Set-up beginnt nicht mit Verboten, sondern mit Gesprächen. Eltern schaffen damit Orientierung, statt ständig spontan eingreifen zu müssen. Das entlastet auch Erwachsene, weil es deutlich weniger Diskussionen gibt.

Ein Blick auf aktuelle Daten zeigt, wie präsent digitale Angebote sind. Wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in der JAMES-Studie von 2024 schreibt, wurden 1183 Jugendliche in der Schweiz befragt. Gemäss der Studie verbringen Jugendliche in der Schweiz an einem durchschnittlichen Wochentag drei Stunden und sieben Minuten im Internet.
Geräte und Nutzerkonten sauber trennen
Es entstehen oft Probleme, weil Kinder auf dem Familiengerät denselben Zugang wie Erwachsene haben. Besser ist es, auf jedem Gerät ein eigenes Kinderprofil einzurichten. Das gilt für Smartphone, Tablet, Laptop und Spielekonsole. Viele Apps bieten auch Schutzmechanismen, sodass Kinder nicht alles sehen oder spielen dürfen.
Bei Streamingdiensten lohnt sich ein genauer Blick in die Profileinstellungen. Häufig kann man Altersfreigaben aktiv setzen und PINs für Erwachsenenprofile einrichten.
Kommunikation: Router und WLAN als Schutz konfigurieren
Der Router kann Kinder von bestimmten Seiten fernhalten. Viele Router bieten Zeitfenster für einzelne Geräte. Zusätzlich lassen sich Webseitenkategorien sperren, etwa Glücksspiel oder Pornografie.
Das ist nicht perfekt, reduziert aber ungewollte Treffer. Kinder sollten auch nie ein Gast-WLAN, zum Beispiel in einem Einkaufszentrum, nutzen. Hier können Hacker Daten abgreifen und Zugang zu den Konten erlangen. Auch hier gilt wieder: Sprechen Sie mit den Kindern oder Jugendlichen und setzen Sie Verbote richtig ein.
Bildschirmzeiten einhalten
Eltern suchen nach einer exakten Minutenregel, die immer passt. In der Praxis ist jedoch ein flexibles Modell meist alltagstauglicher. Entscheidend ist, was das Kind nebenbei noch erlebt und lernt.
Bildschirmzeit ersetzt schnell Bewegung, Schlaf oder soziales Spiel. Deshalb sollte die Medienzeit nicht zulasten der Grundbedürfnisse gehen.

Wie die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel in einer SWIPE-Studie von 2025 berichten, nimmt die Bildschirmzeit mit zunehmendem Alter deutlich zu.
«Die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit steigt mit dem Alter an – von rund 20 Minuten bei unter Zweijährigen auf etwa 45 Minuten bei Fünfjährigen», erklärt die Autorin Dr. Eva Unternährer in der Studie. Dies zeigt, wie früh digitale Medien in Familien präsent sind.
Kommunikation: Inhalte verstehen und Regeln aufbauen
Es bringt nichts, den Kindern alles sinnlos wegzusperren. Versuchen Sie stattdessen, die Inhalte Ihrer Kinder zu verstehen. Schauen Sie sich Trends gemeinsam mit Ihren Kindern an und sprechen Sie darüber.
So können Sie seltsame Trends sofort erkennen und Ihre Kinder lernen, Dinge einzuordnen, statt sie heimlich zu suchen.

Bei älteren Kindern ist es hilfreich, Regeln gemeinsam auszuhandeln. Wer mitentscheiden durfte, hält sich in der Regel eher daran.
Eltern können auch Konsequenzen für den Fall eines Regelbruchs festlegen, etwa eine Pause. Aber Vorsicht! Jugendliche mögen es nicht, wenn ihre Profile durchsucht werden. Vertrauen Sie Ihren Kindern und fragen Sie sie, was sie gerne schauen.
Datenschutz und Kostenfallen ernst nehmen
Kinder benötigen Schutz vor Datenabfluss und Werbung. In App-Stores sollten Käufe deshalb mit Passwort oder Biometrie abgesichert werden. Sonst werden In-App-Käufe schnell aus Versehen ausgelöst. So kann ein Kind unter anderem schnell einen Charakter für sein Lieblingsspiel kaufen, der dann auf einmal mehrere Franken kostet.

Auch Abonnements werden oft unbemerkt verlängert, wenn sie nicht aktiv gekündigt werden. Ein monatlicher Check der Abrechnungen lohnt sich, auch bei kleinen Beträgen. Noch besser ist es, gar keine App-Käufe zu ermöglichen, auch wenn das Kind bereits im Teenageralter ist.
Vorbild sein und Ruhezeiten schützen
Kinder beobachten genau, wie Erwachsene Medien nutzen. Wenn das Handy ständig am Tisch liegt, verliert jede Regel an Glaubwürdigkeit. Ein gemeinsamer Abend ohne Bildschirme wirkt oft stärker als jede App-Sperre.

Die letzte Stunde vor dem Schlafen ist besonders wichtig. Helles Licht und schnelle Inhalte halten das Gehirn wach. Oftmals können Kinder dann schlechter einschlafen und sind aufgeregter. Ein ruhiger Übergang hilft ihnen, besser abzuschalten.















