Russland soll mehr als tausend Kenianer rekrutiert haben
Laut einem Geheimdienstbericht hat Russland über tausend Kenianer für den Ukraine-Krieg rekrutiert – viele wurden dabei getäuscht und betrogen.

Russland hat laut einem kenianischen Geheimdienstbericht über tausend Kenianer für den Krieg in der Ukraine angeworben. Der Abgeordnete Kimani Ichung'wah sagte am 18. Februar im Parlament in Nairobi: «Bisher wurden mehr als tausend Kenianer rekrutiert und sind in den russisch-ukrainischen Krieg gezogen.»
Er berief sich dabei auf Erkenntnisse des Geheimdienstes und der Kriminalpolizei, wie der «ORF» berichtet. Im Dezember 2025 schätzten die Behörden die Zahl der betroffenen Kenianer noch auf rund 200.
Viele Männer seien mit lukrativen Arbeitsstellen nach Russland gelockt worden, berichtet das «SRF». Rekrutierungsagenturen, Reisebüros und Influencer in sozialen Medien hätten gezielt junge, gebildete Männer ohne wirtschaftliche Perspektiven angesprochen.
Mit falschem Jobversprechen nach Russland gereist
Vier Kenianer schilderten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nach ihrer Rückkehr, was ihnen versprochen wurde. Etwa Monatsgehälter zwischen 920 und 2400 Euro (etwa 966 und 2520 Franken), wie «web.de» berichtet.
Einer dachte, er werde als Verkäufer arbeiten. Zwei weitere hofften auf Stellen in der Sicherheitsbranche, der vierte auf eine Sportkarriere.
Einer der Betroffenen, Evans, berichtete gegenüber der «taz»: «Ich wusste nicht, dass es sich dabei um eine militärische Anstellung handelt.» Sein Pass und Handy seien ihm abgenommen worden, bevor er ohne jegliche Ausbildung an die Front geschickt worden sei.
Ausreise über Istanbul und Abu Dhabi
Die Männer reisten laut Abgeordnetem Ichung'wah meist mit Touristenvisa über Istanbul oder Abu Dhabi nach Russland aus, berichtet der «ORF». Derzeit liegen mindestens 39 Kenianer nach Kampfeinsätzen im Spital.

28 weitere Männer werden vermisst, 89 befinden sich noch an der Front, so der «ORF». Die kenianische Regierung bezeichnete das Vorgehen als Missbrauch von Menschen «als Kanonenfutter» an der Front.
Aussenminister Musalia Mudavadi kündigte an, im März nach Moskau zu reisen, um das Thema direkt anzusprechen, schreibt «web.de».
















