Kreml

Im Fall Nawalny weist Kreml Vergiftungsvorwürfe zurück

Melsada Zec-Zejnic
Melsada Zec-Zejnic

Russland,

Der Kreml weist die jüngsten Befunde zu einer Vergiftung des Oppositionsführers Alexej Nawalny entschieden zurück.

nawalny
Zwei Jahre nach Nawalnys Tod bleibt die Frage nach der Verantwortung umstritten. - keystone

Der Kreml hat die neuen Befunde zu einer Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny entschieden zurückgewiesen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Anschuldigungen als voreingenommen und unbegründet, wie «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Fünf europäische Länder haben einen gemeinsamen Bericht vorgelegt. Darin werfen sie Russland vor, Nawalny mit einem Gift getötet zu haben, das ausschliesslich Moskau besitzt, berichtet «ZDFheute».

Wissenschaftler haben Epibatidin in Nawalnys Leichnam eindeutig nachgewiesen. Dieses seltene Pfeilgiftfrosch-Gift wurde schlüssig identifiziert und als Todesursache bestätigt, schreibt «Tagesspiegel».

Berlin erhebt schwere Anschuldigungen gegen Russland

Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul unterstrich diese Erkenntnisse öffentlich. Nur der russische Staat habe Zugang zu diesem Gift gehabt, zitiert «ZDFheute».

nawalny
16.02.2026, Berlin: Bei einer Gedenkveranstaltung für den gestorbenen Kremlgegner Nawalny hängt ein Plakat vor der Russischen Botschaft mit der Aufschrift «Man kann die Menschen töten, aber niemals die Wahrheit». - keystone

Nawalny starb vor zwei Jahren in einem Straflager am Polarkreis. Russische Behörden führen seinen Tod auf natürliche Krankheiten zurück, meldet die «Süddeutsche Zeitung».

Peskow wies die Vorwürfe von Wadephul umgehend zurück. «Wir akzeptieren solche Anschuldigungen nicht», erklärte er der Agentur Interfax gegenüber, berichtet «Stern».

Witwe von Nawalny erhebt schwere Vorwürfe gegen Putin

Julia Nawalnaja wirft Wladimir Putin persönlich den Mord vor. Julia Nawalnaja wirft Wladimir Putin persönlich den Mord vor. Sie lebt im Exil und setzt die Kritik am Kreml energisch fort, schreibt «Stern».

Hältst du die Vorwürfe gegen Russland im Fall Nawalny für glaubwürdig?

Alexej Nawalny galt als einer der prominentesten Kreml‑Gegner und scharfe Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Seit seiner Vergiftung 2020 hatte er mehrere Haftstrafen abgesessen und sass seit 2021 in Gefängnissen, bevor er 2024 starb.

Eine unabhängige Recherche von «The Insider» hatte frühere Vergiftungssymptome dokumentiert. Chefredakteur Dobrochotow erwartet weitere Enthüllungen vom Nawalny-Team, berichtet «Tagesschau».

Kommentare

User #1924 (nicht angemeldet)

Alexander Litwinenko (2006): Ermordet in London mit radioaktivem Polonium-210. Britische Ermittler fanden eine radioaktive Spur, die direkt zu zwei russischen Agenten führte. ​Sergej Skripal (2018): Giftanschlag in Salisbury mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok. Die Täter wurden per Videoüberwachung als Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU identifiziert. ​Zelimkhan Khangoshvili (2019): Der „Tiergarten-Mord“ in Berlin. Ein deutsches Gericht verurteilte den Täter und stellte offiziell fest, dass der Mord ein russischer Staatsauftrag war. ​Wadim Krassikow (2024): Der Berliner Tiergarten-Mörder wurde von Putin nach seiner Freilassung beim Gefangenenaustausch persönlich in Moskau mit einer Umarmung empfangen – ein indirektes Eingeständnis.

User #4467 (nicht angemeldet)

Putin lies und lässt alle unbequemen Menschen aus dem Weg räumen. Das war schon immer so.

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