Lettland geht für die kommenden vier Wochen wegen steigender Corona-Zahlen erneut in den Lockdown.
Riga coronavirus
Die Regierung in der lettische Hauptstadt Riga entscheidet sich für eienn erneuten Lockdown um vier Wochen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Regierung setzt in Lettland einen erneuten Lockdown für vier Wochen an.
  • Der Entscheid erfolgt wegen der rapid steigenden Corona-Infektionen.

Lettland zieht die Notbremse und geht erneut in den Lockdown: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fährt die Regierung in Riga das öffentliche Leben in dem EU-Land für vier Wochen stark zurück. Das Kabinett verhängte am Mittwoch umfassende Beschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre zum 15. November. Damit sollen die Infektionsketten unterbrochen und die «furchtbare Überlastung» des Gesundheitswesens reduziert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung.

Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, dürfen von 21. Oktober nur Geschäfte für den täglichen Bedarf offen bleiben. Auch Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten bleiben zu, gastronomische Betriebe dürfen nur noch ausser Haus verkaufen. Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt.

Zudem dürfen die Bürger ihre Wohnung von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen. Für die meisten Arbeitnehmer gilt eine Homeoffice-Pflicht, der Schulbetrieb wird auf Fernunterricht umgestellt.

Etwas mehr über die Hälfte der Einwohner sind geimpft

Die Corona-Lage hat sich trotz neuer Beschränkungen zuletzt zugespitzt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga wurden in den letzten 14 Tagen 1400,8 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner registriert. Ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Landesweit seien in mehreren Krankenhäusern die Intensivbetten zur Behandlung schwerkranker Corona-Patienten bereits vollständig belegt, sagte Gesundheitsminister Daniels Pavluts.

In Lettland ist nur etwas mehr als die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Die Regierung bemüht sich seit Monaten mit nur mässigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen. Mediziner und Epidemiologen äusserten sich teils skeptisch über den Lockdown. Er komme zu spät und sei nur kurzfristig eine Antwort auf die hohen Infektionszahlen.

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