Street Parade: Coop & Co. verzichten auf Glasflaschen
Coop und Co. lenken ein: An der nächsten Street Parade verzichten die Detailhändler auf den Verkauf von gekühlten Spirituosen in Glasflaschen.

Das Wichtigste in Kürze
- Detailhändler verzichten an der Street Parade auf gekühlte Spirituosen in Glasflaschen.
- Jedes Jahr bezahlt der Verein Street Parade rund 250'000 Franken an Abfallkosten.
- Die Detailhändler beteiligen sich aber nicht an den Entsorgungskosten der Technoparade.
Glasflaschen, leere Bierdosen, Plastik überall: Die Bilder von Abfallbergen an der Limmat nach dem Letten-Opening sorgten in den letzten Tagen schweizweit für Ärger. Solche Littering-Diskussionen sind in Zürich nicht neu. Schon im vergangenen Sommer flammte rund um die Street Parade ein heftiger Streit auf.
«Es ist einfach unfair und zum Kotzen», ärgerte sich Street-Parade-Präsident Joel Meier damals bei der Liveübertragung auf «3+». Detailhändler würden ihre Gemüseabteilungen ausräumen und stattdessen Bier und Vodka verkaufen, ohne sich an den Abfallkosten zu beteiligen. «Das hat nichts mehr mit Anstand zu tun.»
Der nicht gewinnorientierte Verein Street Parade bezahle jedes Jahr rund 250'000 Franken Abfallgebühren. An der Technoparade rund um das Zürcher Seebecken feiern jeweils mehrere Hunderttausend Menschen.
Coop und Co. lenken bei Street Parade ein
Der emotionale Auftritt hat Wirkung gezeigt. «Es haben mehrere Gespräche mit den Detailhändlern stattgefunden. Es geht in kleinen Schritten vorwärts», sagt Meier jetzt gegenüber «SRF». Coop, mit einer Filiale am Bahnhof Stadelhofen, bestätigt die Verhandlungen, an denen auch die Stadt Zürich beteiligt war.
Konkret haben sich die Detailhändler bereit erklärt, auf den Verkauf von gekühlten Spirituosen in Glasflaschen zu verzichten. Glasflaschen, die auf dem Festgelände der Street Parade explizit nicht verkauft würden, gelten als Sicherheitsrisiko. Jedes Jahr kommt es während der Parade zu mehr als 100 Behandlungen wegen Schnitt- und Schürfwunden.
Zusätzlich werden die Container der Filialen häufiger geleert. Sicherheitspersonal soll verhindern, dass Einkaufswagen für den Weiterverkauf von Getränken missbraucht werden.
Bei den Entsorgungskosten bleibt es hart
Am Ziel ist Meier mit den Verbesserungen noch lange nicht. «Wir wollen, dass man auf einem Dancefloor tanzen kann und nicht auf einer Müllhalde.» Eine Beteiligung an den Entsorgungskosten lehnt Coop weiter ab: «Eine Übernahme von Kosten hinsichtlich Abfällen ist analog aller anderen Veranstaltungen nicht möglich.»

Der Street-Parade-Präsident nimmt aber auch seinen eigenen Verein und die Besucher in die Pflicht. «Es sind schliesslich unsere Besucherinnen und Besucher, die sich mit Getränken eindecken.» Hier wolle man weiter sensibilisieren.












