Handwerk spürt Materialmangel und Corona-Massnahmen

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    Deutschland,

    Das Handwerk leidet unter der Corona-Pandemie. Das Baugewerbe hat zudem mit Engpässen bei Rohstoffen und steigenden Preisen zu kämpfen. Nur ein Gewerbe freut sich über das boomende Geschäft.

    Dachlatten aus Holz sind am Firmensitz eines Dachdeckermeisters zu sehen. Die Rohstoffknappheit droht den Aufschwung im Handwerk zu gefährden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
    Dachlatten aus Holz sind am Firmensitz eines Dachdeckermeisters zu sehen. Die Rohstoffknappheit droht den Aufschwung im Handwerk zu gefährden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Materialmangel und Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Handwerker in Deutschland zu Jahresbeginn belastet.

    Zum ersten Mal seit 2013 sanken die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in einem ersten Quartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

    Die Wiesbadener Behörde bezifferte den Rückgang der Erlöse in den ersten drei Monaten 2021 auf 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der Beschäftigten sank um 1,7 Prozent.

    Alle sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks erwirtschafteten weniger Umsatz als im Vorjahresquartal, das erst am Ende von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie betroffen war. Besonders hart traf es die Handwerke für den privaten Bedarf, allen voran Friseurbetriebe, deren Erlöse infolge der Corona-Massnahmen um 37,4 Prozent einbrachen. Dort sank die Zahl der Beschäftigten auch besonders stark (minus 9,2 Prozent).

    Einen deutlichen Umsatzrückgang gab es ebenfalls im Bauhauptgewerbe (minus 15,9 Prozent). Die gewichtigsten Gewerbezweige – Maurer und Betonbauer sowie Strassenbauer - verzeichneten nach fünfjährigen Erlössteigerungen ein Minus von 17,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Als Ursachen gelten Rohstoffengpässe, teurere Rohstoffe und der vergleichsweise kalte Winter.

    Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, hatte jüngst vor gravierenden Folgen der Rohstoffknappheit gewarnt. «Unternehmen müssen bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden, weil sie kein Material haben», sagte er. Die Preise für Holz und andere Baustoffe sind auf dem Weltmarkt unter anderem wegen der grossen Nachfrage aus China und den USA stark gestiegen.

    Das Lebensmittelgewerbe meldete einen Umsatzrückgang von 9,8 Prozent. Besonders die Konditoreien (minus 20,8 Prozent) erwirtschafteten deutlich weniger. Vergleichsweise moderat war der Rückgang im Kraftfahrzeuggewerbe (minus 5,6 Prozent). Zweirad-Werkstätten erzielten dabei dank des Fahrradbooms knapp 27 Prozent mehr Umsatz.

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