Goldpreis – Monatsverlust von mehr als sechs Prozent droht
Der Goldpreis steuert auf einen Monatsverlust von mehr als sechs Prozent zu. Nun richten sich die Blicke auf US-Inflationsdaten.

Der Goldpreis hat sich nach den kräftigen Verlusten zu Wochenbeginn zunächst etwas stabilisiert. Am Mittwochmorgen stieg der Dezember-Future laut «finanzen.net» zeitweise auf 4210,50 Dollar je Feinunze.
Am Spotmarkt gab der Goldpreis der «Saba» zufolge dagegen zunächst um 0,2 Prozent auf 4170,63 Dollar nach. Seit Monatsbeginn summiert sich der Verlust damit auf mehr als sechs Prozent.
Im Mittelpunkt steht nun der US-PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmass der Federal Reserve. Schwächere Daten könnten die Erwartungen weiterer Zinsschritte dämpfen und damit den Goldpreis stützen.
Fed-Politik rückt in den Mittelpunkt
Ein stärkerer Preisauftrieb könnte dagegen die Anleiherenditen und den Dollar nach oben treiben. Dies würde zusätzlichen Druck auf das unverzinste Edelmetall ausüben.
Händler rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 47 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober. Für einen weiteren Zinsschritt im Dezember wird demnach eine Wahrscheinlichkeit von 91 Prozent eingepreist.
New-York-Fed-Präsident John Williams hält laut «finanzen.net» einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr voraussichtlich für ausreichend. Damit bleiben die Erwartungen an die US-Geldpolitik ein zentraler Einflussfaktor für den Goldpreis.
Experte sieht langfristige Perspektiven
Aakash Doshi, Chef-Goldstratege bei State Street Investment Management, hält kurzfristig einen Rückgang Richtung 4000 Dollar für möglich. Der «Börse Online» zufolge könnte diese Marke nach seiner Einschätzung zugleich eine wichtige Unterstützung darstellen.
Doshi verweist auf gestiegene nominale und reale Anleiherenditen sowie einen stärkeren Dollar. Diese Faktoren hätten die jüngste Schwäche des Goldpreises wesentlich mitgeprägt.
Gleichzeitig sieht der Stratege langfristige Faktoren, die den Goldpreis stützen könnten. Dazu zählen unter anderem hohe Staatsschulden und steigende Finanzierungskosten.
Goldpreis: China und Gold-ETFs stützen langfristige Perspektive
Auch die Nachfrage aus China und von Gold-ETFs bleibt für Doshi relevant. Die chinesischen nichtmonetären Goldimporte erreichten in den ersten sieben Monaten 2026 rund 1000 Tonnen.
Im August flossen weltweit 17,1 Milliarden Dollar in goldgedeckte ETFs. US-Produkte verzeichneten dabei Zuflüsse von 7,9 Milliarden Dollar, wie die «Börse Online» berichtet.

Trotz der kurzfristigen Risiken hält Doshi einen Goldpreis von 5000 Dollar weiterhin für erreichbar. Seine Einschätzung bezieht sich auf die kommenden sechs Monate beziehungsweise das zweite Quartal 2027.














