Reh

    Jäger posiert mit geschossenem Reh – und erntet «Mörder»-Kommentare

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Chur,

    Ein Jäger sorgt mit einem Foto eines erlegten Rehs online für Kritik. Der Schweizerische Wildhüterverband findet solche Fotos sinnlos.

    Reh
    Auch wenn die Zustimmung in der Schweizer Bevölkerung zur Jagd gross ist, sorgen solche Bilder online für Empörung. - Facebook

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Wildhüterverband warnt: Solche Posts beschädigen das Image aller Jäger.
    • Experten erklären, warum Rehe für den Schutz des Waldes reguliert werden sollten.
    • Umfragen zeigen: Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung befürwortet die Jagd trotz lauter Online-Kritik.

    Das Foto eines Bündner Jägers mit einem erlegten Reh sorgt in den sozialen Medien für hitzige Reaktionen. Während einige Verständnis zeigen, hagelt es in den Kommentaren heftige Kritik – bis hin zu Beschimpfungen als «Mörder».

    Der vollbärtige Jäger, dessen Name Nau.ch kennt, posiert im Gras. In der Hand hält er ein geschossenes Reh, auf diesem liegt das Jagdgewehr.

    Der Jäger hält zufrieden einen Daumen in die Luft und schreibt: «Juhui.» Die «Jagdgötting Diana» habe ihm Glück gebracht.

    Weniger Glück bringt dem Jäger das Veröffentlichen des Fotos. Über 500 Kommentare erntet das Bild – und es hagelt Beschimpfungen. Viele davon unter der Gürtellinie.

    Er sei ein «Mörder». Ob er sich denn nicht schäme, heisst es auch. Und: «Erbärmlich.»

    Foto schadet dem Jäger-Image

    Kritik gibt es sogar von den Profis. Nicht für die Jagd selbst, sondern fürs Posten des Fotos. So ein Bild zu posten sei «völlig sinnlos», sagt der Schweizerische Wildhüterverband gegenüber Nau.ch. «Der Mensch ist dem Tier immer überlegen – deshalb ist so etwas kein Triumph.»

    «Die Leute können damit nicht mehr umgehen», sagt der Wildhüterverband. Zudem seien solche Bilder auch nicht förderlich für das Image der Jagd.

    Denn: «Vor allem in der städtischen Bevölkerung hat der Tierschutzgedanke zugenommen.» Solche Bilder weckten Emotionen bei den Menschen. «Völlig verständlich», sagt der Verband.

    In den sozialen Medien werden das Thema Jagd so aufgebauscht, dass es nichts mehr mit der Realität zu tun habe.

    Warum werden Rehe geschossen?

    Dennoch sagen die Wildhüter: In der Schweizer Bevölkerung ist die Zustimmung zur Jagd sehr hoch.

    «Die Jagd ist eine notwendige Massnahme um die Wildbeständ an den Lebensraum anzupassen.» Grund: Rehe fressen junge Bäume. Dadurch können keine neuen Bäume nachwachsen, der Wald veraltet.

    Das kann im schlimmsten Fall zum Verschwinden von Baumarten wie der Weisstanne führen.

    Der Wald brauche darum ein «natürliches Gleichgewicht», um gesund zu wachsen. «Der Erhalt der Artenvielfalt in unserem Land ist das oberste Gebot», so der Verband. Grossraubtiere helfen mit, die Wildtierbestände zu regulieren.

    Klare Zustimmung zur Jagd in der Schweiz

    Auch Ronja Stöckli vom Dachverband «JagdSchweiz» betont, dass die Schweizer Bevölkerung positiv gegenüber der Jagd gestimmt sei.

    «Im Jagdbarometer 2025 stimmen 73 Prozent der Aussage zu, dass es die Jagd zur Regulierung der Wildbestände braucht. 68 Prozent beurteilen die Jagd in der Schweiz als tierschutzgerecht.»

    Jagd
    Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung findet, dass Jäger lediglich hinter Trophäen her sind. - keystone

    Jedoch: Ganze 20 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, «Jäger würden nur aus Lust am Töten und wegen der Trophäe jagen».

    Diese Minderheit kann sehr laut sein – vor allem online

    Stöckli betont: «Unsere Gesellschaft distanziert sich zunehmend – nicht nur bei der Jagd – vom Tod eines Tieres. Sondern auch beim Schlachten zur Fleischgewinnung. Wer jagt, nimmt einem Tier das Leben.»

    Warst du schon einmal Jagen?

    Gleichzeitig nimmt sie die «Städter» in Schutz. Diese bewegten sich heute häufiger in der Natur als früher. «Wir stellen dies übrigens auch beim zunehmenden Interesse von Menschen aus urbanen Gebieten fest, die sich für einen Jagdlehrgang interessieren.»

    Zudem nehme die Nachfrage nach Wildfleisch aus einheimischer Jagd laufend zu.

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    Kommentare

    User #1409 (nicht angemeldet)

    Warum Erlegerfotos öffentlich posten? Ich rate eher dazu, darauf zu verzichten. Für mich ist das ein wichtiges Zeichen des Respekts gegenüber den Gefühlen von Nicht-Jägern.

    User #8603 (nicht angemeldet)

    seh ich da ein schalldämpfer???

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