Deutschland hält ein europäisches Vorgehen bei der Beschaffung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V für richtig.
Coronavirus
Ein Mann füllt eine Spritze mit dem Impfstoff Sputnik V gegen das Coronavirus ab. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland fordert von der EU Gespräche zur Beschaffung von Sputnik V.
  • Das Vakzin sei zwar noch nicht von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen.
  • Aber man habe auch bei den anderen Impfstoffen schon vorher Gespräche geführt.

Deutschland dringt bei der Beschaffung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V auf ein europäisches Vorgehen. «Wir sind der Meinung, dass das wieder über das europäische System erfolgen soll», hiess es am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin.

Man habe die EU-Kommission dazu aufgefordert, sich dieser Frage anzunehmen. «Ich glaube, dass wir noch nichts verpasst haben. Aber wir würden es für richtig halten, wenn jetzt zeitnah die Gespräche aufgenommen werden.»

Das Sputnik-Vakzin sei zwar noch nicht von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Aber man habe auch bei den anderen Impfstoffen schon vorher Gespräche geführt. Dieser Prozess beginne damit, dass die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten frage, ob sie Interesse an dem jeweiligen Impfstoff hätten.

Die EMA hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich grundsätzlich offen für den Einsatz des russischen Präparats gezeigt. Einige EU-Staaten wie Ungarn oder die Slowakei haben den Impfstoff bereits auf eigene Faust angeschafft.

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