Deutschland: Lehrerin 16 Jahre krankgeschrieben – und gewinnt Preis!
Eine Lehrerin in Deutschland war seit 16 Jahren krankgeschrieben, entwickelte in dieser Zeit eine preisgekrönte Handcreme und erhielt dafür gar einen Preis.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Lehrerin ist seit 16 Jahren krankgeschrieben und erhält ein volles Gehalt.
- Trotz ihrer Krankheit nahm sie an Gründerwettbewerben teil und gewann auch Preisgeld.
- Der Fall wurde erst im vergangenen Jahr entdeckt, nun folgt erstmals eine Arztprüfung.
Dieser Fall von Behördenversagen beschäftigt derzeit Deutschland: Seit 16 Jahren ist eine Biologie-Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen krankgeschrieben – ohne je einem Amtsarzt vorgestellt worden zu sein.
Während dieser Zeit erhielt sie durchgehend ihr volles Gehalt. Nachfragen seitens der Behörde gab es nicht. An ihrer Schule geriet die Pädagogin bald in Vergessenheit. Untätig war sie in dieser Zeit jedoch nicht.
Nach Informationen der «Bild» nahm die Studienrätin bereits im dritten Jahr ihrer Krankschreibung an zwei Gründerwettbewerben teil – gefördert unter anderem von der EU und dem Land NRW. Als verbeamtete Lehrerin ist jedoch weiterhin das Land ihr Arbeitgeber.
Dauerkranke Lehrerin gewinnt 5000 Euro bei Wettbewerb
2011 bewarb sie sich gemeinsam mit ihrer Partnerin beim «Benchmark Award.Med NRW». Einem Wettbewerb für junge Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Unter dem Motto «Emotion braucht Strategie» stellten die beiden eine eigens entwickelte Handcreme gegen trockene Haut vor.
Damit erreichten sie den dritten Platz und erhielten 5000 Euro Preisgeld. Für die Lehrerin entsprach das nicht einmal einem Monatslohn: Laut Besoldungstabelle lag ihr Verdienst trotz Krankschreibung zwischen 5051 und 6174 Euro monatlich.
Ob sie selbst an dem Unternehmen beteiligt war oder nur ihre Partnerin, ist unklar. Ein lokales Online-Portal veröffentlichte damals ein Foto der Gewinnerinnen. Die Lehrerin fühlte sich offenbar sicher.
Wieder an einem Wettbewerb teilgenommen
Ein Jahr später traten die beiden Frauen aus Duisburg erneut an – diesmal beim «Senkrechtstarter». Gesponsert wird dieser Gründerwettbewerb unter anderem von der IHK, der Handwerkskammer und mehreren Banken.
Dort belegten sie den vierten Platz, ein weiteres Siegerfoto landete auf der Website des Veranstalters. Von der Handcreme war bald nichts mehr zu hören – und auch die Lehrerin verschwand wieder für Jahre aus der Öffentlichkeit. Krankgeschrieben wegen psychischer Probleme, bei weiter vollem Gehalt.
Erst 2024 fiel der Fall auf: Eine neue Sachbearbeiterin bei der Schulaufsicht bemerkte die Unstimmigkeiten. Nun soll ein Amtsarzt prüfen, ob die Pädagogin tatsächlich dienstunfähig ist. In diesem Fall würde sie nicht länger ihr volles Gehalt erhalten, sondern lediglich eine niedrigere Pension.
Die Lehrerin selbst und ihre Anwälte wollten sich gegenüber der «Bild» bislang nicht äussern.