Trotz des Coronavirus sind viele Iren reisewillig. Mit einem simplen Trick versuchen sie die Beschränkungen zu umgehen. Der Polizei sind die Hände gebunden.
Coronavirus
Platz 10: Dublin. Langzeitparking ist mit nur 15 Euro besonders billig. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Iren haben ein Schlupfloch gefunden und sind in die Ferien geflogen.
  • Laut Gesetz sind Reisen erlaubt, wenn sie gesundheitlich notwendig sind.

Trotz eines Urlaubsverbots wegen der Corona-Pandemie sind Medienberichten zufolge Tausende Iren in jüngster Zeit ins Ausland geflogen. Dafür nutzen sie ein Schlupfloch in der Gesetzgebung: Reisen sind erlaubt, wenn sie gesundheitlich notwendig sind.

Nun hätten zahlreiche Menschen Zahnarzttermine etwa in Spanien gebucht, berichtete das Internet-Portal «Politico» am Dienstag. Dem Sender «RTÉ Radio» sagte eine Zahnarzthelferin auf Teneriffa, ihre Praxis erhalte täglich bis zu sieben Terminanfragen von Iren.

«Nehmen Menschen Termine weg»

Normalerweise seien die Patienten ältere europäische Reisende, sagte sie. Diese Buchungswelle sei neu - und viele nähmen ihren Termin nicht wahr. «Da sie nicht auftauchen, haben wir begriffen, dass das nur eine Ausrede für einen Urlaub ist. Sie nehmen Menschen Termine weg, die sie brauchen und Schmerzen haben», sagte sie.

Coronavirus - Irland
Passanten spazieren am 18. Januar 2021 durch die wegen dem Coronavirus verlassene Grafton Street im Stadtzentrum von Dublin. - dpa

Wie «Politico» berichtete, lehnen mehrere Praxen auf den Kanaren mittlerweile irische Patienten ab oder verlangen Vorkasse.

Polizei sind die Hände gebunden

Der irischen Polizei sind die Hände gebunden. Zwar seien bereits gegen Hunderte Menschen Geldstrafen von 500 Euro verhängt worden. Die Polizei hat aber kein Recht, die Reisenden an der Ausreise zu hindern, wenn sie Terminbestätigungen vorzeigen können.

Weitere Ziele waren unter anderem Barcelona, die Türkei und Marokko. Die Behörden planen nun, die Geldstrafen deutlich auf 2000 Euro zu erhöhen. Polizeichef Drew Harris warnte Reisende, dass sie bei einem Verstoss gegen die Corona-Regeln verhaftet werden können.

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