Die von Behörden erfasste häusliche Gewalt in Frankreich hat im vergangenen Jahr wegen des Lockdown aufgrund des Coronavirus um zehn Prozent zugenommen.
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Ein Gerichtsverfahren birgt die Gefahr von Retraumatisierung für Opfer sexueller Gewalt. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sicherheitskräfte erfassten demnach 159'400 Fälle von Gewalt zwischen Lebenspartnern.
  • Diese stiegen im Lockdown-Jahr demnach um zehn Prozent an.

Opfer von häuslicher Gewalt seien vor allem Frauen, teilte das Innenministerium in Paris am Montag mit. Die Sicherheitskräfte erfassten demnach 159'400 Fälle von Gewalt zwischen Lebenspartnern, 139'200 der Opfer waren Frauen.

Meist ging es um körperliche Gewalt, die teils so schlimm war, dass die Betroffenen danach zunächst arbeitsunfähig waren. Die Zahl der Todesopfer von Gewalt unter Partnern sank 2020 auf 125 nach 173 im Jahr zuvor. 102 der Getöteten waren Frauen.

Zweimal kam es in Frankreich 2020 wegen der Pandemie rund um das Coronavirus zu einem landesweiten Lockdown. Einen Zusammenhang zum Anstieg häuslicher Gewalt zog das Ministerium aber nicht. Am vergangenen Samstag hatten in Frankreich Zehntausende Menschen gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Protestmärsche gab es in Paris und in anderen Städten.

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