Auch wegen Donald Trump: Amis wandern in Scharen aus

Luna Gerber
Luna Gerber

USA,

Schluss mit «America First»? Hohe Kosten, fehlende Krankenversorgung und Donald Trump führen in den USA zu einer Auswanderungswelle – besonders nach Europa.

trump
Die Politik von Donald Trump trägt einen grossen Teil dazu bei, dass die Amerikaner Europa für sich entdecken. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Amerikaner verlassen die USA. Wegen fehlender Versicherung, Kosten und – Trump.
  • In Europa, besonders in Portugal, häufen sich die US-Einwanderer.
  • Erstmals ziehen zudem mehr US-Bürger nach Deutschland als umgekehrt.

Immer mehr US-Amerikaner kehren ihrer Heimat den Rücken. Sie suchen ein neues Leben in Europa oder Kanada.

Das zeigen Recherchen des «Wall Street Journal» sowie Daten zu Aufenthaltsgenehmigungen und Immobilienkäufen im Ausland.

Die Gründe sind vielfältig. Neben hohen Lebenskosten und fehlender Krankenversicherung gesellt sich ein weiterer Faktor dazu: Sie haben genug von ihrem Präsidenten Donald Trump.

Portugal wird zum Magneten für Amerikaner

Portugal zum Beispiel erlebt einen wahren Ansturm aus den USA. Die Zahl amerikanischer Einwanderer stieg seit der Pandemie um 500 Prozent. Auch andere europäische Länder verzeichnen deutliche Zunahmen.

Tschechien vermeldet etwa mehr als eine Verdopplung. Nach Irland verschlug es 2025 rund 10'000 US-Bürger, mehr als das Doppelte gegenüber 2024.

In Spanien und den Niederlanden verdoppelte sich die Zahl amerikanischer Einwohner beinahe.

Könntest du dir vorstellen, in den USA zu leben?

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup von 2025 zeigt das Ausmass der Unzufriedenheit. 20 Prozent der befragten Amerikaner möchten die USA hinter sich lassen. Im Vergleich: 2008 waren es lediglich 10 Prozent.

US-Boom – auch in der Schweiz

Das Blatt hat sich gewendet: Zum ersten Mal ziehen gemäss «Focus» mehr Amerikaner nach Deutschland als Deutsche in die USA. US-Medien sprechen vom «Donald-Dash», einem sprunghaften Auswander-Anstieg seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025.

Auf die Schweiz hat Trumps zweite Amtszeit touristische Auswirkungen – und das schon seit längerem: Im vergangenen Jahr berichtete Nau.ch von einem Boom amerikanischer Touristen.

Matterhorn
Bei US-Touristen äusserst beliebt: Eine Reise in die Schweiz, zum Beispiel zum Matterhorn. - keystone

Im Jahr 2024 stieg die Zahl von Übernachtungen gegenüber 2019 um 41 Prozent. Fünf Monate nach dem Amtsantritt von Donald Trump kletterten die Zahlen nochmals um zehn Prozent hoch.

Donald Trump spaltet die Gemüter

Die aktuellen Angriffe der USA gegen den Iran spalten mittlerweile auch die Maga-Fronten. Einigen konservativen Kritikern ist der von Trump initiierte Krieg ein Dorn im Auge.

Vom Grossteil seiner Wählerschaft bekommt der US-Präsident jedoch weiterhin Rückhalt: Momentan stützen etwa 80 Prozent der republikanischen Kernwähler den Iran-Kurs der Trump-Regierung.

Ob Trumps Politik bald auch die Republikaner ins Ausland schickt, bleibt daher abzuwarten.

Kommentare

User #2674 (nicht angemeldet)

Trumpjünger der SVP bezweifeln das natürlich, schliesslich hat ihnen niemand bewiesen, dass es die Algarve wirklich gibt 🤣

User #1618 (nicht angemeldet)

Geht nacht Neuseeland oder Australien, dort habt ihr es besser iund seid weit genug weg von Euerer Orange.

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