Donald Trump wirbt nun mit Fake-Models um Stimmen
Hübsch, patriotisch und komplett erfunden: KI-generierte Frauenfiguren, die Donald Trump unterstützen, überschwemmen Social Media.

Das Wichtigste in Kürze
- Hunderte KI-generierte Influencerinnen verbreiten pro-Trump-Propaganda auf Social Media.
- Die Accounts sind kaum von echten Profilen zu unterscheiden.
- Experten warnen vor wachsendem Einfluss solcher Operationen auf Wahlen.
Blonde Haare, Bikini oder Militäruniform, dazu flammende Botschaften für Donald Trump: Auf TikTok, Instagram und Facebook tauchen immer mehr scheinbar echte Frauen auf, die für den US-Präsidenten werben.
Sie tragen Namen wie Emilie Hart oder Fernanda, posten täglich und haben teils Hunderttausende Follower. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie existieren nicht.

Amerikanische Medien haben laut der «AFP» in den vergangenen Monaten Hunderte solcher KI-generierten Influencer-Profile entdeckt.
Die Figuren treten in Militäruniformen oder Badekleidung auf und kommentieren Themen wie Abtreibung oder den Konflikt mit dem Iran. Zudem imitieren sie dabei den Stil echter politischer Aktivistinnen täuschend echt.
Millionen Follower für erfundene Personen
Ein Instagram-Account mit einer realistisch wirkenden Soldatin an Trumps Seite sammelte fast eine Million Follower, bevor er gesperrt wurde.
Andere Accounts fordern ihre Follower auf, sich in den Kommentaren als Trump-Wähler zu outen, um neue Abonnentinnen zu gewinnen. Die Botschaften sind simpel, die Reichweite aber enorm.
Das Governance and Responsible AI Lab der Universität Purdue hat eine ganze Welle solcher Accounts auf den grossen Plattformen dokumentiert. Wer dahintersteckt und ob es sich um eine koordinierte Einflussoperation handelt, ist bisher unklar.
Fake-Profile sind schwer zu erkennen
Klar ist: Die Inhalte werden immer schwerer zu erkennen. Andrew Yoon von der NGO CivAI warnt vor immer stärker personalisierten Kampagnen. Gegenüber «Le Matin» sagt er, diese würden auch schwieriger kontrollierbar.
Je autonomer KI-Agenten agieren, desto gezielter könnten sie zur Meinungsmanipulation eingesetzt werden.
Neben politischer Propaganda dienen manche Accounts auch kommerziellen Zwecken. Einzelne Profile verlinken auf Online-Shops, die Trump-Merchandise für bis zu 500 Dollar verkaufen. Politik und Profit gehen dabei Hand in Hand.
Deepfakes unterstützen Donald Trump
Forscher warnen, dass KI-generierte Inhalte die Meinungsbildung vor Wahlen gezielt beeinflussen können.

Betroffen sind nicht nur US-Wahlen: Deepfakes wurden laut Experten auch eingesetzt, um Weltführer wie Emmanuel Macron und Wolodymyr Selensky zu diskreditieren.
Donald Trump selbst teilte früher einen KI-Avatar auf Truth Social, der Gouverneur Gavin Newsom ohne jede Grundlage der Korruption beschuldigte.



















