Macht Donald Trump die Welt abhängiger von US-Öl?

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

USA,

Der Handelsverkehr in der Strasse von Hormus bleibt wohl länger eingeschränkt. Macht uns Donald Trump jetzt von US-Öl abhängig? Experten ordnen ein.

donald trump
Ein Experte warnt: Die USA könnte bei einem zukünftigen Konflikt mit Europa den Öl-Hahn zudrehen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die weltweite Ölversorgung steht aufgrund der Blockade der Strasse von Hormus unter Druck.
  • Das Weisse Haus kommuniziert, die USA sei bereit, die Welt mit Öl zu beliefern.
  • Ein Ökonom beurteilt gegenüber Nau.ch, wie stark die Welt vom US-Öl abhängig ist.

Donald Trump hat mit der Hormus-Blockade ein «Mass an Macht und Stärke demonstriert, wie es die Welt nie gesehen hat». Das ist zumindest die Meinung im Weissen Haus, wie es in einer Pressemitteilung verkündet.

Die USA stünden nun «bereit, die vom Rohöl aus dem Nahen Osten abgeschnittenen Nationen mit Energie zu versorgen».

Das Oval Office ist sich scheinbar sicher: Die Welt braucht nun US-Öl. Doch inwiefern stimmt das? Und will Donald Trump uns zunehmend abhängig von seinem Öl machen?

Donald Trump könnte bei Konflikt mit Europa Öl-Exporte beschränken

Lion Hirth ist Professor für Energiepolitik an der Hertie School in Berlin und Geschäftsführer des energiewirtschaftlichen Beratungsunternehmens Neon.

Er sagt: «Der Krieg hat uns allen nochmal unsere Abhängigkeit von Importen fossiler Energie vor Augen geführt.» Und auch die Gefahr, die sich aus weit entfernten Konflikten auch für Europa ergibt.

Für Hirth scheint es offensichtlich, «dass die USA unter Trump bereit sind, Wirtschaftspolitik auch als Machtinstrument gegenüber ‹Freunden› einzusetzen.»

Zu diesen «Freunden» gehört auch Europa. Hirth hält es für möglich, «dass die USA beim nächsten Konflikt mit Europa auch Öl-Exporte beschränken könnten». Dies, um Europa unter Druck zu setzen.

Hirth rechnet damit, «dass der Iran die Blockade der Strasse von Hormus auch in Zukunft als Machthebel nutzen könnte.»

Beruhigt sich die Lage, holen wir Öl wieder im Nahen Osten

Reinhard Heinisch, Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Salzburg, sieht das etwas anders.

Zur Frage, wie nachhaltig der Iran die Meerenge als Druckmittel einsetzen kann, ohne die eigene Wirtschaft zu gefährden, meint Heinisch: «Die Leidensfähigkeit eines Regimes, das davon lebt, die eigene Bevölkerung zu terrorisieren, sollte man nicht überschätzen.»

Er erachtet eine langfristige Verschiebung der globalen Energieabhängigkeiten zu Gunsten der USA als unwahrscheinlich. «Letztlich wird dies vom Markt entschieden.»

Macht uns Trump abhängig von seinem Öl?

Und: «Wenn sich die Sache im Nahen Osten beruhigt und der Preis fällt, wird dort gekauft, wo es am günstigsten ist.» Und das ist eben der Nahe Osten.

Denn: Amerikanisches Öl ist teurer, wie Heinisch zu bedenken gibt. Es kommt von Schiefergas und muss darum durch Fracking – also «Aufbrechen» von Gestein – oder Meeresbohrungen gewonnen werden.

Kommentare

User #5890 (nicht angemeldet)

Lauri Blatt ich bin weg

User #3610 (nicht angemeldet)

Jetzt ist das füfi runtergefallen. Der Angriff auf den Iran diente nur dazu um den Markt zu destabilisieren und eine blockade auf dem Weltmarkt zu verursachen somit andere Länder auf das Öl der USA zugreiffen. Ziemlich clever dieser Donald Er nimmt America First wirklich sehr ernst

Weiterlesen

bauern
623 Interaktionen
Für Ernstfall
energiekrise
86 Interaktionen
«Gibt Wege»
281 Interaktionen
Hormus-Blockade

MEHR IN NEWS

Bellinzona
Nant de Drance
Als im Vorjahr
luzern
Sachseln OW

MEHR DONALD TRUMP

x
453 Interaktionen
Doppelmoral
Donald Trump
26 Interaktionen
US-Gesetz
Donald Trump ICE
76 Interaktionen
Wie bitte?
Donald trump
146 Interaktionen
US-Gala-Schütze

MEHR AUS USA

Cameron Diaz
4 Interaktionen
Drittes Baby mit 53
Ivana Knoll
3 Interaktionen
Rennwochenende
Olivia Wilde
3 Interaktionen
Nach Schock-Fotos