Airbus will in den nächsten Jahren seine Produktion ausweiten. Aber es kommt bereits jetzt zu Verspätungen bei einigen Lieferanten.
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Das Logo des Flugzeugbauers Airbus Group. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Airbus hob am Donnerstag seine Gewinnerwartungen an.
  • Doch beim PLan, die Produktion in den nächsten Jahren zu erhöhen, gibt es Gegenwind.
  • Bereits jetzt gibt es bei einigen Lieferanten Verzögerungen.

Airbus lässt die Corona-Krise schneller hinter sich als gedacht. Der französisch-deutsche Flugzeugbauer hob seine Gewinnerwartungen am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten an. Konzern-Chef Guillaume Faury erwartet nun für 2021 ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von rund 4,5 Milliarden Euro, 500 Millionen mehr als bisher.

Doch beim Plan, die Produktion des Verkaufsschlagers A320/A321 in den nächsten zwei bis drei Jahren über das Niveau vor der Pandemie hinaus zu erhöhen, spürt Faury Gegenwind von Kunden und Zulieferern. Es gebe genügend Nachfrage für 75 Kurz- und Mittelstrecken-Modelle pro Monat, sagte der Manager im französischen Toulouse. «Aber wir müssen auf die Situation in der Lieferkette schauen.»

Verzögerungen bei Lieferungen

Schon jetzt gebe es Verzögerungen bei einigen Lieferanten. Airbus fährt die Produktion der A320-Baureihe gerade hoch, nachdem man sie in der Corona-Krise von 65 auf 40 Flugzeuge pro Monat gedrosselt hatte. Das verursache seit September «Spannungen» bei einigen Zulieferern. Es gehe etwa um die Wiedereinstellung von Arbeitern oder um Logistikprobleme.

Trotzdem will Faury die A320-Produktion bis 2023 auf 65 Maschinen pro Monat steigern; im Sommer 2023 soll es so weit sein. Im Mai hatte er die Zulieferer aufgefordert, bis zum zweiten Quartal 2023 eine Quote von 64 Flugzeugen pro Monat sicherzustellen. «Die Kurve bleibt die gleiche», sagte Faury.

Zulieferer und Kunden bremsen Airbus vor allem bei dem Plan, die Produktion danach bis auf 70 oder 75 Maschinen hochzufahren: Triebwerksbauer haben Bedenken, ob sie damit Schritt halten können, Leasinggesellschaften warnen vor einem Überangebot, das die Preise kaputtmachen könnte. Faury gab sich schmallippig: «Wir haben unsere eigenen Ansichten dazu, ob der Markt grössere Zahlen verträgt», sagte er. Die Machbarkeitsstudie sei aber noch nicht abgeschlossen. Vom Langstreckenmodell A350 sollen Anfang 2023 sechs Maschinen pro Monat gebaut werden, eine mehr als bisher. Zuletzt hatte Airbus diesen Wert schon für Herbst 2022 angepeilt.

Gewinn bereits bei 3,4 Milliarden Euro

In diesem Jahr will Airbus 600 (2020: 566) Verkehrsflugzeuge an Kunden übergeben, 424 (341) waren es bis Ende September. Doch die Bestellungen bröckeln ab: Seit Januar wurden - Stornierungen abgezogen - 133 (300) Flugzeuge geordert. Finanziell klamme Fluggesellschaften hatten sich in der Krise geweigert, bestellte Maschinen abzunehmen.

Nach neun Monaten steht bereits ein operativer Gewinn von knapp 3,4 Milliarden Euro zu Buche; vor einem Jahr lag Airbus zu diesem Zeitpunkt mit 125 Millionen Euro in den roten Zahlen. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro. Im dritten Quartal ging das operative Ergebnis um 19 Prozent zurück, fiel damit aber besser aus als von Analysten erwartet.

Unter dem Strich steht nach neun Monaten ein Nettogewinn von 2,6 (minus 2,7) Milliarden Euro. Das trieb die Airbus-Aktie im Frankfurter Handel um 3,4 Prozent nach oben. Der US-Erzrivale Boeing, der neben der Corona-Krise auch mit hausgemachten Problemen kämpft, hatte im dritten Quartal erneut einen Nettoverlust erwirtschaftet.

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