Iran-Krieg: Trump schickt Tausende zusätzliche Truppen
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA brachten vorerst kein Ergebnis. Doch laut Trump ist das Ende des Krieges nahe: «Iran will unbedingt einen Deal!»

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
- Am Samstag begonnene Gespräche wurden jedoch ohne Ergebnis beendet.
- Laut Medienberichten gibt es Hoffnungen auf eine zweite Gesprächsrunde am Donnerstag.
Letzte Woche einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Erste Gespräche zwischen einer US-Delegation und iranischen Vertretern in Pakistan brachten zwar keine Ergebnisse.
Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter – und US-Vizepräsident JD Vance spricht plötzlich gar von «echten Fortschritten». Mittlerweile gibt es auch Berichte, nach denen die Delegationen am Donnerstag erneut zusammenkommen könnten.
Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.
Neue Iran-Sanktionen: «Finanzielles Äquivalent zu Bombenangriffen»
22.10: Angesichts der festgefahrenen Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die US-Regierung der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen gedroht.
So könnten beispielsweise Strafmassnahmen gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. «Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist.»
Die USA haben bereits eine ganze Reihe von Sanktionen gegen den Iran und die politische Führung in Teheran verhängt. Nach den iranischen Angriffen auf Nachbarländer seien nun auch die Golfstaaten stärker als bisher dazu bereit, die Sanktionen gegen den Iran zu unterstützen und die Finanzströme zu stoppen, sagte Bessent.
UN geben zehn Millionen Euro für Notfallhilfe frei
19.20: Die Vereinten Nationen (UN) stellen Notfallhilfe für die vom Krieg betroffene Bevölkerung im Iran bereit. Er habe umgerechnet gut zehn Millionen Euro aus dem Globalen Notfallfonds der UN zugeteilt, erklärte Nothilfekoordinator Tom Fletcher.
Tausende Zivilisten seien getötet, Infrastruktur zerstört und lebenswichtige Dienste unterbrochen worden. «Diese Finanzierung wird unseren Partnern helfen, lebensrettende Hilfe im grossen Massstab zu leisten», meinte er.
Pakistanischer Vermittler für neue Runde der USA-Iran-Gespräche
17.06: Pakistans Armeechef ist in Teheran eingetroffen, während Vermittler an einer zweiten Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran arbeiten. Das schreibt die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP).
Iran droht wegen Seeblockade mit Angriffen
13.50: Irans Militärführung hat angesichts der US-Seeblockade mit einer Wiederaufnahme von Angriffen gedroht.
Sollte die Blockade die Sicherheit von iranischen Handelsschiffen und Öltankern bedrohen, werde sie einen Bruch der Waffenruhe einleiten, hiess es in einer Mitteilung der Militärführung, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Als mögliche Konsequenzen auf einen Bruch der Waffenruhe nannte die Militärführung auch eine Blockade im Roten Meer, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Konkret könnte die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen den Schiffverkehr in der Meerenge Bab al-Mandab mit Drohungen und Angriffen blockieren. Sie verbindet über den Suezkanal Europa mit Asien und gehört zu den wichtigsten Routen für den Handel auf See.
Trump schickt Tausende zusätzliche Truppen
11.30: Nachdem Donald Trump im Fernsehen erst kürzlich erneut von einem baldigen Ende des Iran-Kriegs gesprochen hat, scheint dies wieder unwahrscheinlicher.
Denn wie die «Washington Post» schreibt, will die USA in den kommenden Tagen Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten schicken. Alleine 6000 Truppen seine an Bord des Flugzeugträgers USS George H. W. Bush.
Gleichzeitig würden weitere Angriffe oder Bodenoperationen von der US-Regierung erwägt. Dies, falls die fragiele Waffenruhe nicht halte.
Gegen Ende des Monats sollen ausserdem weitere 4000 Soldaten in die Region geschickt werden.
Nach Iran-Gesprächen: Pakistans Premier reist zu Vermittlern
10.30: Inmitten von Spekulationen über weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten in Islamabad bricht Pakistans Premier zu einer mehrtägigen Reise in andere Vermittlerstaaten auf.
Premierminister Shehbaz Sharif reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei, hiess es in einer Mitteilung des Aussenministeriums.

Die viertägige Reise beginne an diesem Mittwoch in Saudi-Arabien mit bilateralen Gesprächen. Auch in Katar seien Gespräche geplant. In der Türkei will Sharif am fünften Diplomatieforum von Antalya teilnehmen und sich mit Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie anderen Staatschefs treffen.
Saudi-Arabien, Katar und die Türkei sind in den Vermittlungen zwischen den Kriegsparteien eingebunden.
Erste Verhandlungen des Irans und der Vereinigten Staaten in Islamabad waren am vergangenen Wochenende zunächst gescheitert. Aus pakistanischen Diplomatenkreisen heisst es seither, man arbeite an weiteren Gesprächen. Die mehrtägige Reise des Premiers spricht jedoch gegen eine schnelle weitere Verhandlungsrunde in Islamabad.
Israel und Hisbollah greifen sich weiter gegenseitig an
09.45: Kurz nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten gehen die Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz weiter.
Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete Tote bei israelischen Luftangriffen in der Nacht und am frühen Morgen im Süden des Landes. Israels Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu.

Das israelische Militär teilte derweil am Morgen mit, dass auch die «gezielten Bodeneinsätze» im Süden des Nachbarlandes andauerten. Ziel sei es, die Bevölkerung im Norden Israels zu schützen. Israelische Bodentruppen und Israels Luftwaffe hätten in den vergangenen Tagen im Libanon Mitglieder sowie militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen.
Medien: Bombenanschlag in Teheran
09.40: In der iranischen Hauptstadt Teheran ist Berichten zufolge erstmals seit Kriegsbeginn ein Bombenanschlag verübt worden.
Bei zwei Explosionen im Stadtzentrum seien drei Menschen verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Es handelte sich demnach um improvisierte Sprengsätze. Häuser in der Umgebung seien beschädigt worden.
Die Lage sei unter Kontrolle, sagte ein lokaler Kommandeur der Revolutionsgarden in einer Videoansprache, die das Onlineportal «Rouydad24» verbreitete. Für den Anschlag machte er «Vaterlandsverräter» verantwortlich.
Die genauen Umstände der Explosionen waren zunächst unklar. Iranischen Medien zufolge soll es sich um Sprengsätze auf Gasbasis gehandelt haben. Bislang hat keine Gruppe den Anschlag für sich reklamiert.
Auch in den sozialen Medien wurde über Explosionen in Teheran berichtet. Dem bekannten Netzaktivisten Vahid zufolge ereigneten sie sich im Stadtzentrum und hätten auch zwei Autos beschädigt.
Trump nach Papst-Kritik: Iran tötete 42'000 Demonstranten
06.56: Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt.
«Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42'000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?», schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei «absolut inakzeptabel», dass der Iran über eine Atombombe verfüge.

Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft.
Die harschen Drohungen Trumps gegen den Iran verurteilte Leo – der erste Papst aus den USA – ungewöhnlich scharf und nannte sie «wirklich inakzeptabel». Seitdem hört die Papst-Kritik von Trump und seinem Vize JD Vance nicht auf.
Optimismus an ostasiatischen Börsen hält weiter an
04.55: Die Börsen in Ostasien sind im Zuge fallender Ölpreise und Hoffnung auf eine Einigung im Iran-Krieg den zweiten Tag in Folge gestiegen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte bis zum Vormittag (Ortszeit) um ganze drei Prozent.
Der japanische Nikkei 225 stieg bis zum selben Zeitpunkt um 0,8 Prozent. Hongkongs Hang Seng Index legte rund eine Stunde nach Handelsstart etwa ein Prozent zu.
Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,3 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zu Mittag leicht um 0,2 Prozent.
US-Marine stoppt acht iranische Öltanker
05.01: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine Sperre für die Schifffahrt erfolgreich umgesetzt. «Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden», teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, auf der Online-Plattform X mit.
Die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet, erklärte Cooper. In weniger als 36 Stunden seit Beginn der Blockade hätten US-Streitkräfte den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht, hiess es weiter.

Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» hat die US-Marine seit Montag acht Öltanker mit Verbindungen zum Iran zur Umkehr gezwungen. DieUS-Streitkräfte hätten die Besatzungen jeweils per Funk kontaktiert und wiesen sie an, den Kurs zu ändern. Alle Tanker folgten den Anweisungen – Durchsuchungen waren keine notwendig.
Wird es eine zweite Verhandlungsrunde geben?
04.30: Trump hat vage Andeutungen über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde in dem Iran-Konflikt gemacht, für den derzeit eine zweiwöchige Waffenruhe gilt. In Pakistan «könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren», sagte er der «New York Post» am Telefon, ohne weitere Details zu nennen.
Unterdessen berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen, in einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran erneut JD Vance die US-Delegation anführen dürfte. Zudem könnten demnach auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner an den Gesprächen teilnehmen.
Die Waffenruhe läuft in der kommenden Woche aus. Unbestätigten Berichten zufolge steht der Donnerstag als möglicher Termin für weitere Gespräche im Raum
Zehn Länder fordern Ende der Kampfhandlungen im Libanon
04.08: In einer gemeinsamen Mitteilung haben Kanada, Grossbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten «ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon» gefordert.
Die Länder seien «zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon», heisst es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden.
Trump glaubt an baldiges Ende des Iran-Kriegs
03.23: US-Präsident Donald Trump sieht den Krieg im Iran kurz vor dem Ende. «Ich glaube, er ist fast vorbei», sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Er ergänzte: «Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist.» Auszüge aus dem Interview wurden bereits im Vorfeld von Fox-Moderatorin Maria Bartiromo auf der Plattform X verbreitet.
Sollten die USA sich nun zurückziehen, würde der Iran 20 Jahre brauchen, um das Land wiederaufzubauen, sagte Trump. «Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert», sagte er. Er glaube, der Iran wolle unbedingt einen Deal eingehen, betonte der US-Präsident.
Vance: Waffenruhe im Iran-Krieg hält
02.17: US-Vizepräsident JD Vance hält die Feuerpause im Krieg der USA und Israels gegen den Iran eigenen Angaben zufolge für stabil. «Derzeit hält die Waffenruhe», sagte der Republikaner bei einer Veranstaltung in Athens im US-Bundesstaat Georgia. Präsident Donald Trump wolle nicht nur keinen kleinen Deal, er wolle ein grosses Abkommen, erklärte er.
Laut Vance wurden bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan am vergangenen Wochenende enorme Fortschritte erzielt. «Aber der Grund, warum noch kein Deal zustande gekommen ist, ist, dass der Präsident wirklich einen Deal will, bei dem der Iran keine Atomwaffen besitzt», sagte der US-Vize.

Der Iran dürfe Terrorismus nicht staatlich fördern. Zudem müsse laut Trump auch «das iranische Volk gedeihen und wachsen und an der Weltwirtschaft teilnehmen» können.
Libanon und Israel einigen sich auf weitere Verhandlungen
23.00: Bei einem ersten Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern auf politischer Ebene hat es nach US-Angaben «konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen» gegeben. Das US-Aussenministerium sprach von einem «historischen Meilenstein».
Die USA sicherten demnach beiden Ländern Unterstützung für weitere Gespräche zu. Alle Seiten hätten sich darauf geeinigt, direkte Verhandlungen zu einem später zu bestimmenden Zeitpunkt und Ort aufzunehmen.

Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Die USA äusserten die Hoffnung, dass die Verhandlungen zu einem «umfassenden Friedensabkommen» führen könnten. Israelischen und libanesischen Berichten zufolge sollte das Treffen auf der Ebene von Botschaftern den Anfang der direkten Verhandlungen markieren.
















