Korruption

    Zwei Walliser Beamte nach jahrelanger Korruption verurteilt

    Vivian Balsiger
    Vivian Balsiger

    Lens,

    «Mandanten erschöpft» und teilweise verjährte Delikte: Trotz jahrelanger Korruption kommen zwei ehemalige Walliser Beamte mit milden Strafen davon.

    strafen
    Zwei Walliser Beamte wurden nach einem jahrelangen Korruptionsverfahren zu vergleichsweise milden Strafen verurteilt. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwei Walliser Steuerbeamte erhalten nur bedingte Strafen wegen Korruption.
    • Die Beamten gewährten einem Unternehmer unrechtmässige Steuervorteile.
    • Verjährung und lange Ermittlungen führten zu den milden Strafen.

    Zwei frühere Steuerbeamte aus dem Wallis sind wegen Korruption verurteilt worden – allerdings mit vergleichsweise milden Strafen.

    Sie sollen einem Unternehmer aus der Gemeinde Lens über Jahre hinweg unrechtmässige Steuervorteile verschafft haben.

    Der Ursprung der Affäre reicht mehr als 16 Jahre zurück: Ein Unternehmer knüpft damals ein enges Verhältnis zu zwei kantonalen Steuerprüfern.

    Ausgerechnet jenen Beamten, die eigentlich seine Steuererklärungen kontrollieren sollten.

    Aus der anfänglichen Bekanntschaft entwickelte sich laut Ermittlungen rasch ein fragwürdiges Geschäftsnetzwerk.

    Die beiden Beamten verschafften dem Unternehmer systematisch Steuervorteile – unter anderem durch fiktive Verluste und nicht belegte Abzüge. Im Gegenzug erhielten sie Geldzahlungen sowie weitere Vorteile.

    Korrupte Beamte erhalten milde Strafen

    Der Fall kam 2015 ins Rollen, als in der Verwaltung erste Gerüchte die Runde machten. Kurz darauf verliessen beide Beamten ihre Stellen. Das Strafverfahren wurde jedoch erst kürzlich abgeschlossen.

    Trotz der Schwere der Vorwürfe endete das Verfahren vergleichsweise glimpflich: Wie die Unterwalliser Zeitung «Le Nouvelliste» berichtet, wurden die beiden Ex-Beamten wegen ungetreuer Amtsführung und passiver Bestechung verurteilt. Zu je 120 bedingten Tagessätzen als Geldstrafe.

    Hätten die Beamten eine härtere Strafe bekommen sollen?

    Die Behörden begründen das milde Urteil damit, dass einzelne Delikte bereits verjährt waren. Und sich das Verfahren über fast zehn Jahre hingezogen hat.

    Zudem hätten die Ermittlungen stark belastet, weshalb die Anwälte von «erschöpften Mandanten» sprachen, die das Verfahren nun endlich abschliessen wollten.

    Luxusvilla und Scheinsponsoring-Vertrag

    Besonders brisant im Fall ist eine Luxusvilla in Port Grimaud bei Saint-Tropez (F). Der Unternehmer kaufte sie 2010 für knapp zwei Millionen Euro (1,8 Millionen Franken).

    Er rechnete die Immobilie über eine Firma ab und zog in den folgenden Jahren hohe Kosten von den Steuern ab – etwa für Renovationen und Wertverluste.

    Laut Staatsanwaltschaft hätte das nicht erlaubt werden dürfen, weil die Firma in Frankreich gar keine echte Geschäftstätigkeit hatte. Dadurch sollen rund 666'000 Franken zu Unrecht vom steuerbaren Einkommen abgezogen worden sein, zudem fehlten dafür ausreichende Belege.

    pétanque
    Beim Pétanque-Club kam das Geld offenbar nie an. (Symbolbild) - pexels

    Hinzu kommen weitere Vorteile für die Beteiligten: Ein Beamter erhielt laut Anklage ein zinsloses Darlehen von 80’000 Franken.

    Zudem durfte er ein Geschäftslokal kostenlos nutzen, obwohl normalerweise eine Monatsmiete von rund 15’000 Franken fällig gewesen wäre.

    Zwischen 2012 und 2016 überwies der Unternehmer zudem mehrfach jeweils 5000 Franken auf ein Privatkonto. Als Begründung diente ein angeblicher Sponsoringvertrag mit einem Pétanque-Club. Doch laut Ermittlungen kam das Geld dort nie an.

    «Unauffindbare» Aktentasche

    2015 tauchte zudem in einer zurückgelassenen Aktentasche ein zuvor als «unauffindbar» gemeldetes Steuerdossier wieder auf. Darin ausgewiesen: Ein Gewinn von 559’000 Franken aus dem Kanton Freiburg.

    Der Beamte hatte versäumt, diesen im Wallis zu besteuern. Laut «Le Nouvelliste» beläuft sich der Schaden für den Staat auf über eine Million Franken.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3371 (nicht angemeldet)

    Ein Fall mehr im Wallis über das es sich nicht mehr lohnt darüber zu diskutieren. Dieser Kanton ist korrupt, verschuldet und "leidet" und der Vetterliwirtschaft. Und es passiert einfach nichts um das zu ändern.

    User #4083 (nicht angemeldet)

    Das ist keine Verurteilung, lediglich ein "mei, mei".

    Weiterlesen

    Herman Haluschtschenko
    20 Interaktionen
    Korruption
    Pedro Sanchez
    3 Interaktionen
    Madrid
    Istanbul
    3 Interaktionen
    Istanbul

    MEHR IN NEWS

    Gehirn-Operation
    1 Interaktionen
    Depressionen
    Zacharia
    1 Interaktionen
    5 Tage im Amt

    MEHR KORRUPTION

    Viktor Orban
    7 Interaktionen
    Wegen Korruption
    4 Interaktionen
    Quito
    ungarn kritiker baka
    9 Interaktionen
    Umbau
    Ungarn Parlament
    4 Interaktionen
    Beschluss

    MEHR AUS LENS

    Crans-Montana Brand Le Constellation
    15 Interaktionen
    Crans-Montana
    Crans
    7 Interaktionen
    Bern/Crans-Montana VS
    Nicolas Féraud
    54 Interaktionen
    Crans-Montana VS
    crans-montana
    5 Interaktionen
    Crans-Montana VS