Krieg in Nahost – USA und Iran greifen sich trotz Waffenruhe an
Trotz Waffenruhe greifen die USA im Krieg in Nahost erneut iranische Ziele an – Teheran antwortet mit einem Gegenschlag.

In der Nacht auf Donnerstag hat das US-Militär eine iranische Stellung nahe der Stadt Bandar Abbas angegriffen. Wie der «Tagesspiegel» berichtet, sei die Stellung gerade dabei gewesen, eine fünfte Drohne auf amerikanische und zivile Schiffe abzufeuern.
Washington bezeichnete die Massnahmen als «zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten». Die unabhängige Überprüfung dieser Angaben war zunächst nicht möglich, so der «Tagesspiegel» weiter.
Vorausgegangen war nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim ein Vorfall in der Strasse von Hormus. Die Marine der Revolutionsgarden habe auf einen US-Öltanker gefeuert und ihn zur Umkehr gezwungen, wie «ZDFheute» berichtet.
Revolutionsgarden schlagen zurück
Als Reaktion auf den US-Angriff bei Bandar Abbas griff der Iran um 04.50 Uhr Ortszeit einen US-Luftwaffenstützpunkt an. Die Revolutionsgarden warnten laut dem «Tagesspiegel», jede weitere Aggression werde eine entschlossenere Antwort nach sich ziehen.
Gleichzeitig meldete das mit Washington verbündete Kuwait Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Territorium. Im ganzen Land heulten die Alarmsirenen, berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf die staatliche kuwaitische Nachrichtenagentur KUNA.
Die USA unterhalten mehrere Militärbasen in Kuwait, weshalb der Stützpunkt, auf den der Iran zielte, mutmasslich dort vermutet wird. Angaben zum genauen Ort machten die Revolutionsgarden nicht, wie «heute.at» festhält.
Ölpreis springt nach oben
Brent und WTI stiegen laut dem «Tagesspiegel» in der Spitze auf rund 98 respektive 92 Dollar je Fass. Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners kommentierte: «Wieder einmal haben die Börsen die Friedensglocke zu früh geläutet.»
Die Waffenruhe gilt seit dem 8. April, bereits in der Nacht zum Dienstag hatten die USA aber iranische Raketenstellungen attackiert. Auch damals sprach das US-Militär von Selbstverteidigungsmassnahmen, wie «ZDFheute» festhält.
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas warnte am Donnerstag in Limassol vor einem Fortschreiten der Gewalt. «Es liegt in niemandes Interesse, dass dieser Krieg weitergeht», sagte Kallas laut dem «Tagesspiegel» vor einem Treffen der EU-Aussenminister.
Trump: «Sache einfach zu Ende bringen»
US-Präsident Donald Trump hatte sich am Mittwoch mit dem Stand der Verhandlungen im Krieg in Nahost unzufrieden gezeigt.
Er hat angekündigt, die USA würden «die Sache einfach zu Ende bringen», sollte kein Abkommen zustande kommen.

Das Weisse Haus bezeichnete laut «Tagesspiegel» einen iranischen TV-Bericht über einen angeblichen Entwurf für ein Rahmenabkommen als «komplette Erfindung».
Krieg in Nahost: Festgefahrene Verhandlungen
Der Iran seinerseits beharrt im Krieg in Nahost auf seinen Kernforderungen. Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit des iranischen Parlaments, nannte drei nicht verhandelbare rote Linien.
Dies sind laut dem «Tagesspiegel» das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle der Strasse von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen.
ZDF-Reporter Stefan berichtete aus Istanbul, die Waffenruhe im Krieg in Nahost habe zwar formell Bestand. In den zentralen Punkten «Atomfrage und Öffnung der Strasse von Hormus» gebe es jedoch «noch keine Annäherung».
















