US-Drohung: Wäre Grönland-Annexion das Ende der Nato?
Nach der militärischen Aktion in Venezuela bekräftigt Donald Trump sein Interesse an Grönland. Ein entsprechender Angriff könnte das Ende der NATO bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem Angriff auf Venezuela bekräftigt Donald Trump sein Interesse an Grönland.
- Dänemarks Premierministerin spricht im Falle eines Angriffs vom Ende des Nato-Bündnisses.
- Ein US-Experte vermutet eher, dass eine neue Form des Bündnisses entstehen könnte.
«Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit.» Aussagen wie diese tätigte Donald Trump in den letzten Monaten regelmässig.
Nimmt der US-Präsident für eine Übernahme Grönlands auch das Ende des Nato-Bündnisses und der Nachkriegsordnung in Kauf?
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen warnte zuletzt vor einem Ende der Nato, falls Trump Grönland angreifen würde.
Auch die Weltordnung, auf die sich die Staatengemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg geeinigt hat, bröckelt seit dem US-Angriff auf Venezuela.
Die Rolle als «Weltpolizei» haben die USA gemäss Fredy Gsteiger, dem diplomatischen Korrespondenten bei Radio SRF, abgelegt.
«Was wir im Moment erleben, ist das Umkrempeln der Weltordnung. Der Übergang von einer Phase, in der einigermassen Ordnung herrschte, zu einer Phase des Chaos», so Gsteiger.
«Die USA brauchen den Rest der Nato nicht unbedingt»
Reinhard Heinisch ist Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Salzburg. Für den US-Experten ist ein Ende der Nato nur bedingt realistisch. Viel eher würde im Falle eines Angriffs auf Grönland eine «Allianz der Willigen» entstehen.
Dabei würden sich einige Staaten der Nato abspalten, wobei am Ende eine «Nato II» entstehen könnte. «Die USA brauchen den Rest der Nato nicht unbedingt – umgekehrt aber schon», sagt Heinisch zu Nau.ch.

Er stellt klar: «Die Stärke oder Schwäche der Nato besteht einzig in der Bereitschaft der USA, für Verbündete in den Krieg zu ziehen. Alles andere ist Makulatur.»
Vieles sei derzeit eher politisches Gerede. Heinisch ist überzeugt, dass Länder wie Polen oder Italien und Grossbritannien einer solchen «Nato II» beitreten würden.
Russland würde profitieren
Eine bröckelnde Nato hätte wohl auch Einfluss auf das Verhalten Russlands gegenüber der Ukraine: «Es wäre für Moskau einerseits ein Geschenk, weil Europa nackt dasteht», so Heinisch. Andererseits würde auch der Anspruch Russlands auf die Arktis wachsen.
Nebst einer militärischen Übernahme steht laut US-Aussenminister Marco Rubio auch ein Kauf Grönlands im Raum.





















