Grönland lehnt Trumps Lazarettschiff klar ab
Trump will ein Lazarettschiff nach Grönland schicken. Doch das Angebot wird klar abgelehnt.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Samstag auf Truth Social an, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken. Es solle «die vielen kranken Menschen versorgen, die dort vernachlässigt werden», wie das «Handelsblatt» berichtet.
Konkrete Angaben darüber, welche Kranken er meinte, machte Trump dabei nicht. Sein Beitrag war laut «ORF» mit einer Darstellung eines Schiffes mit dem Namen «USNS Mercy» illustriert.
Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen wies Trumps Angebot umgehend zurück, berichtet der «Tagesspiegel». «Aber wir haben ein öffentliches Gesundheitssystem, in dem die Behandlung für die Bürger kostenlos ist», schrieb Nielsen auf Facebook.
Grönland lehnt Lazarettschiff ab: Kein Bedarf
Nielsen ergänzte, Grönland bleibe offen für Dialog und Zusammenarbeit, auch mit den USA. «Aber reden Sie mit uns, anstatt mehr oder weniger willkürliche Kommentare in sozialen Netzwerken abzugeben», schrieb er laut «ORF».
Auch der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen betonte, dass kein Bedarf bestehe. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen meldete sich ebenfalls auf Instagram.
Sie sei froh, in einem Land zu leben, in dem alle Menschen freien und gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung hätten.
Schiffe möglicherweise gar nicht einsatzbereit
Dänemark wurde laut dem dänischen Verteidigungsminister nicht über Trumps Pläne informiert, wie der «Tagesspiegel» festhält.
Die US-Marine verfügt zwar über zwei Lazarettschiffe mit je rund 1000 Betten. Beide Schiffe lagen jedoch zuletzt in einer Werft in Alabama.
Die «USNS Comfort» soll dort noch bis Ende April in Revision sein. Eine schnelle Entsendung erscheint damit fraglich.
Vorfall mit US-U-Boot als möglicher Auslöser
Wenige Stunden vor Trumps Ankündigung hatte das dänische Arktiskommando ein Besatzungsmitglied eines US-U-Boots medizinisch evakuiert, wie die «Berliner Zeitung» berichtet.

Ein dänischer Militärhelikopter brachte die Person ins Spital der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Ob ein Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und Trumps Ankündigung besteht, blieb zunächst unklar.
Auf ganz Grönland leben laut «t-online» knapp 60'000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen grossen medizinischen Bedarf.












