Neue Wahlkreise: Gouverneur von Texas unterschreibt Gesetz
Die Republikaner wollen ihr eigenes Gewicht im US-Parlament erhöhen. Dafür schneiden sie nun die Wahlkreise in Texas zu ihren Gunsten neu zu.

Der texanische Gouverneur Greg Abbott hat ein Gesetz zur Neuaufteilung von Wahlkreisen im US-Bundesstaat unterzeichnet, das den Republikanern in Washington mehr Gewicht verleihen könnte.
«Texas ist jetzt tiefrot im US-Kongress», sagte er in einem Video auf X und spielte damit auf die charakteristische Farbe seiner Partei an.
Mit dem Vorstoss will Abbott die eigene Partei im Repräsentantenhaus in Washington stärken – dort vertritt jeder Abgeordnete jeweils einen Wahlkreis.
Derzeit halten die Republikaner in beiden Kammern des US-Parlaments – also sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus – knappe Mehrheiten.
Gesetz umgeht Wahlkreis-Zuschnitt per Zensus
Beim gezielten Zuschneiden von Wahlkreisen – das sogenannte «Gerrymandering» – werden Grenzen so gelegt, dass eine Partei möglichst viele eigene Stimmen konzentriert und die der Gegenseite zersplittert. Dadurch kann sie mehr Sitze gewinnen, selbst wenn sie bei den Kongresswahlen nicht mehr Stimmen bekommt.
Eigentlich werden die Wahlkreise auf Basis des Zensus alle zehn Jahre definiert. Das soll nun durch das Gesetz umgangen werden. Im November 2026 stehen die 435 Sitze des US-Repräsentantenhauses zur Wahl.
Texas gehört zu den bevölkerungsreichsten Bundesstaaten und entsendet derzeit 38 Abgeordnete ins Repräsentantenhaus – mehr hat nur Kalifornien. Schon kleinere Verschiebungen können also das Kräfteverhältnis im Kongress verändern.
Mit dem Vorstoss in Texas hoffen die Republikaner auf bis zu fünf zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus. Das demokratisch geführte Kalifornien hatte bereits angekündigt, über den Neuzuschnitt von Wahlkreisen abstimmen lassen zu wollen – und damit den Republikanern Paroli zu bieten.