Erschossen: FBI untersucht Opfer – nicht ICE-Agenten
Das FBI untersucht Renee Goods Tod. Im Fokus steht auch ihre mögliche Verbindung zu einer Aktivistengruppe, die gegen Trumps Einwanderungspolitik protestiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein ICE-Beamter erschoss letzte Woche in Minneapolis die 37-jährige Renee Nicole Good.
- Das FBI leitet die Untersuchungen. Dabei geht es auch um Goods Verbindungen zu Aktivisten.
- Es geht um eine Aktivisten-Gruppe, die gegen Trumps verschärfte Migrationspolitik ist.
Der Vorfall hat die USA erschüttert: Letzte Woche erschoss ein ICE-Beamter in Minneapolis bei einer Kontrolle die 37-jährige US-Bürgerin Renee Nicole Good. Seither wird über die Umstände gestritten.
Denn laut der US-Regierung und der US-Einwanderungsbehörde ICE hatte Good ihr Auto als «Waffe» eingesetzt und versucht, den Beamten zu überfahren.
Auf Videos des Vorfalls ist allerdings zu sehen, wie der ICE-Agent links neben dem Wagen steht. Das Auto dann aber nach rechts abdreht – also von ihm weg –, als er schiesst.
Strafrechtliche Verfolgung des ICE-Beamten «immer unwahrscheinlicher»
Nun leitet die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen zu dem Vorfall – unter Ausschluss der lokalen Polizei. Sie untersucht offenbar mögliche Verbindungen Goods zu einer Aktivisten-Gruppe, die gegen die verschärfte Migrationspolitik von Donald Trump protestiert. Darüber berichtet die «New York Times».
Zuvor hatten Ermittler des FBI bekannt gegeben, dass man die tödlichen Schüsse genau untersuchen werde. Dazu gehöre auch eine Analyse der Handlungen des Schützen und ICE-Beamten Jonathan Ross sowie der physischen Beweise wie der Pistole.
Gleichzeitig scheint es laut der Zeitung «immer unwahrscheinlicher», dass Ross strafrechtlich verfolgt wird. Stattdessen plant das US-Justizministerium offenbar eine umfangreiche Untersuchung von den Aktivisten, die sich in Minneapolis an der Überwachung der ICE beteiligt hatten. Diese hält das Ministerium für «Anstifter» des Vorfalls.
Regierungskritiker warnen
Ehemaligen Beamten des Justizministeriums und Regierungskritikern bereitet dies Sorgen. Denn es bestehe die Gefahr, dass Formen des politischen Protests unter Strafe gestellt werden könnten.
Ob die dreifache Mutter Good noch an weiteren Aktivisten-Aktionen beteiligt war als an den ICE-Protesten, ist nicht bekannt. Dies will das FBI nun jedenfalls herausfinden.

Laut Zeugenaussagen fungierten Good und ihre Frau Rebecca beim Protest gegen ICE als Rechtsbeobachterinnen. Ausserdem hätten sie den Protest gefilmt.
Durch Schule zur Aktivistin geworden
Rebecca erklärte, sie hätte Renee dazu ermutigt, die ICE-Beamten zu konfrontieren. «Ich habe sie dazu gebracht, hierherzukommen. Es ist meine Schuld», erklärt sie mit Tränen in den Augen vor der Kamera.
Freunde sagen aber, Renee Nicole Good sei durch die Schule ihres dreijährigen Sohnes und deren sogenannter «ICE-Beobachtungsgruppe» zur Aktivistin geworden. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung, die versucht, Razzien der Einwanderungsbehörde zu verhindern.
Die Mutter eines Gspänlis ihres Sohnes sagt zur «New York Post»: «Sie war eine Kämpferin. Sie starb, weil sie das Richtige tat.» Sie habe nichts Falsches gemacht.





















