Iran-Krieg: Schweizer hamstern schon an der Tankstelle
Die Eskalation im Nahen Osten treibt Schweizer Autofahrer reihenweise an die Zapfsäulen. Viele wollten noch tanken, bevor die Preise anstiegen.

Das Wichtigste in Kürze
- Aufgrund der Nahost-Eskalation stehen die Schweizer zum Hamstern an der Tankstelle an.
- Höhere Öl- und Beschaffungskosten treiben Benzin- und Dieselpreise nach oben.
- Trotz Krise zeigen sich Tankstellen zuversichtlich: Die Versorgung ist gesichert.
Raketenangriffe, Rauchsäulen, Tote: Im Iran herrscht Krieg. Die zugespitzte Lage im Nahen Osten hat auch einen Anstieg der Spritpreise zur Folge.
Damit rechneten viele: Zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer sind nach den Nachrichten vom Wochenende an die Tankstelle gestürmt. Sie wollten sich Sprit sichern, ehe die Preise durch die Decke gehen.
Eskalation führt zu «Tankansturm»
Matthias Hübscher, Geschäftsführer von Tankstellenbetreiber Volenergy, sagt zu Nau.ch: «Die Eskalation im Nahen Osten und die diversen Berichterstattungen in den Medien führten in der Tat zu einem Tankansturm.»
Zu Volenergy gehören sowohl sämtliche BP-Tankstellen wie auch alle Mini Prix- und Ruedi-Rüssel-Standorte.
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Hübscher erklärt: «Unsere Umsätze am Sonntag lagen generell etwa 30 bis 40 Prozent über einem durchschnittlichen Sonntagsverbrauch.»
Schwankungen am globalen Ölmarkt würden sich direkt auf die Endpreise auswirken.
Aufgrund des Ansturms sind die Beschaffungskosten für Benzin und Diesel massiv angestiegen. Daher müssen die Säulenpreise entsprechend angehoben werden, erklärt Hübscher.
«Wir erhöhen die Preise»
Auch die Migrol-Tankstellen stellen in den letzten Tagen fest, dass mehr getankt wird. Darum reagieren auch sie.
Mediensprecherin Diana Eisenberg sagt zu Nau.ch: «Wir erhöhen die Preise an unseren Tankstellen im Hinblick auf die Entwicklungen im Nahen Osten heute Mittwochnachmittag.»

Sebastian Bähler, Mediensprecher der Agrola AG, hält den Ball etwas flacher. Gegenüber Nau.ch erklärt er: «Aktuell verzeichnen einige unserer Standorte erhöhte Treibstoffabgänge – von einem Ansturm kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesprochen werden.»
Bähler betont: «Die Zunahme der Benzin- und Dieselbezüge war aus unserer Sicht aufgrund der weltpolitischen Lage erwartbar.»
Tankstellen zuversichtlich: Versorgung ist gesichert
Die Devise? Abwarten statt verzagen. Aufgrund der Unberechenbarkeit der politischen Lage liessse sich laut Hübscher schwer abschätzen, wann sich der erhöhte Treibstoffbedarf wieder einpendelt. Doch für genügend Ressourcen zur Versorgung sei gesorgt.
Bei dieser Prognose von Hübscher gehen auch die anderen Spritmarken einig: «Das Tankverhalten pendelt sich erfahrungsgemäss nach Ausbruch einer Krise in kurzer Zeit wieder ein. Einmal ist auch jeder Tank ausreichend gefüllt.»

















