Frau von ICE-Agenten erschossen
In Minneapolis wurde eine Frau von ICE erschossen. Die Behörde spricht von Selbstverteidigung, der Bürgermeister von einem rücksichtslosen Einsatz von Macht.
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Das Wichtigste in Kürze
- In Minneapolis erschoss ein ICE-Agent eine Frau.
- Diese habe ihr Auto «als Waffe» eingesetzt und Agenten töten wollen.
- Der Bürgermeister der Stadt widerspricht dem Selbstverteidigungs-Narrativ.
In Minneapolis wurde am Mittwochmorgen eine Frau von einem ICE-Agenten erschossen. Das Heimatschutzministerium Homeland bestätigt das. Über die Umstände wird aber gestritten.
Gemäss «CBS» kam es am Mittwochmorgen zu einem Einsatz der Ausschaffungsbehörden ICE in der Stadt im US-Bundesstaat Minnesota. Um Nachbarn zu warnen, pfiffen Demonstranten.

Laut der Polizei blockierte die Frau in ihrem Honda-Geländewagen eine Strasse. ICE-Agenten näherten sich ihr und versuchten, die Türe zu öffnen. Die Frau setzte ihr Fahrzeug rückwärts in Bewegung, bevor sie nach vorne fuhr. Drei Schüsse ertönten, das Auto rollte einige Dutzend Meter weiter.
Noch vor Ort wurde die Frau von Sanitätern behandelt. Sie erlitt eine Kopfverletzung und wurde im Spital für tot erklärt.
Tricia McLaughlin von Homeland Security bestätigt den Vorfall und sagt, die Frau sei «eine dieser gewalttätigen Randalierer» gewesen. Sie habe das Auto «als Waffe» eingesetzt, um zu versuchen, zu fliehen und ICE-Agenten zu töten. Es sei «Terrorismus». Die Schüsse seien in Selbstverteidigung abgegeben worden.

Trump schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social, die Frau habe mit ihrem Fahrzeug einen ICE-Beamten «gewaltsam und vorsätzlich» angegriffen. Der Beamte habe in einer lebensbedrohlichen Situation gehandelt und befinde sich inzwischen zur Erholung im Krankenhaus.
Der US-Präsident betonte, Videoaufnahmen deuteten auf Selbstverteidigung hin. Zugleich machte er eine «radikale linke Gewalt- und Hass-Bewegung» für die Eskalation verantwortlich. Diese bedrohe Sicherheitskräfte und greife ICE-Beamte täglich an.
Bürgermeister bezeichnet Selbstverteidigungs-These als «Bull***t»
Jacob Frey, der Bürgermeister von Minneapolis, teilte mit, beim Opfer handelte es sich um eine 37-jährige US-Bürgerin. Er wirft dem ICE-Agenten vor, seine Macht «rücksichtslos» eingesetzt und jemanden getötet zu haben.
Die Selbstverteidigungs-These bezeichnet er nach Sichtung von Videomaterial als «Bull***t». Er warf den Bundesbehörden auch vor, die Lage eskaliert zu haben.
Gouverneur Walz rief die Bevölkerung auf, ihren Protest nach den Schüssen friedlich zu äussern, «wie ihr das immer macht». Er warnte vor chaotischen Situationen. Gleichzeitig wirft er Donald Trump eine Regierungsführung vor, die darauf ausgelegt sei, «Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen».
Proteste gegen ICE
Nach dem tödlichen Vorfall kam es zu Protesten am Tatort. Hunderte Menschen versammelten sich am Nachmittag (Ortszeit), skandierten Parolen gegen ICE und forderten den Abzug der Beamten aus der Stadt.
Eine ICE-Operation in Minneapolis und St. Paul, an der nach Angaben des Heimatschutzministeriums mehr als 2000 Bundesbeamte beteiligt sind, läuft seit mehreren Tagen.
Ziel der Einsätze sind demnach Ermittlungen im Zusammenhang mit mutmasslichem Betrug, unter anderem im Umfeld der somalischen Community. US-Medien diskutieren, ob der von den Behörden genannte Einsatzgrund als Vorwand für eine politisch motivierte Verschärfung der Einwanderungspolitik dient.
Trump verschärfte in seiner zweiten Amtszeit, die bald ein Jahr dauert, massiv seine Abschiebepolitik. ICE-Einsätze sind ein wichtiger Bestandteil, die Razzien der Behörde gegen Migranten mit teils vermummten Beamten führen regelmässig in vielen demokratisch regierten Städten zu Protesten.











