Kanton Bern soll Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal verbessern
Nicht nur auf nationaler Ebene: Der Kanton Bern soll für attraktivere Arbeitsbedingungen an bernischen Spitälern sorgen, fordert GLP-Grossrat Thomas Brönnimann.

Das Wichtigste in Kürze
- Im nationalen Parlament ist die Umsetzung der Pflegeinitiative umstritten.
- Grossrat Thomas Brönnimann (GLP) fordert, der Kanton Bern müsse selbst aktiv werden.
- Er will die Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal in bernischen Spitälern verbessern.
«Immerhin bilden wir im Kanton Bern ja mehr Nachwuchs aus als früher», sagt GLP-Grossrat Thomas Brönnimann zur Situation im Pflegebereich. Nur: «Leider verlassen aber viele Fachpersonen den Pflegebereich frühzeitig wieder.»
Für Brönnimann ein Beweis dafür, dass die Arbeitsbedingungen schlecht seien, insbesondere bei Nachtarbeit und maximaler Wochenarbeitszeit. Nach wie vor, denn eigentlich hat das Schweizer Stimmvolk 2021 die Pflegeinitiative angenommen. Brönnimann hat deshalb im April einen Vorstoss eingereicht: «Bessere Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal an bernischen Spitälern».

Eine Woche später strich der Nationalrat just einige der vorgeschlagenen Verbesserungen wieder aus dem Gesetz. Ist Brönnimann also in weiser Voraussicht auf kantonaler Ebene aktiv geworden? «Das war leider in der Tat absehbar», sagt er zum BärnerBär. «Hinzu kommt aber, dass die Kantone für ihre Spitäler verantwortlich sind.»
Die Bevölkerung würde wohl einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal zustimmen, ist Brönnimann überzeugt. So wie auch die Pflegeinitiative im Kanton Bern angenommen worden sei. «Leider war das kein grosses Thema vor den letzten Grossratswahlen. Aber vor den Wahlen wären sowieso alle dafür gewesen…», sinniert er.
Mehr Personal für Bern – und weniger für andere?
Für Brönnimann ist der Handlungsbedarf dringend, denn bisher decke sich der Kanton Bern hauptsächlich mit Fachkräften aus dem Ausland ein. Es sei absehbar, dass die «europäischen Quellen» bald versiegen würden, schreibt er in seinem Vorstoss.
Seine Idee: «Der Kanton Bern könnte innerhalb der Schweiz attraktiver werden und zeigen, dass bei besseren Bedingungen mehr Fachkräfte im Beruf bleiben.» Holt man dann statt aus dem Ausland das Pflegepersonal in den anderen Kantonen?
«Das ist in der Tat eine Gefahr», bestätigt Thomas Brönnimann. «Aber es ist das kleinere Übel und wir im Grossrat haben halt den Job, für unsere Bevölkerung schauen zu müssen.»
Zudem erlaube die aktuelle Finanzlage des Kantons Bern eine Verbesserung der Anstellungsbedingungen. Auch bei der Ausbildung, der Spitalliste und den Leistungsverträgen habe der Kanton eigene Stellhebel. Brönnimann bleibt zuversichtlich: «Den schönen Worten müssen jetzt Taten folgen.»








