Donald Trump verteidigt Witkoffs Tipps zur Russen-Verhandlung

    Simon Binz
    Simon Binz

    USA,

    Ein geleaktes Telefonprotokoll sorgt in Washington für Unruhe – doch Präsident Donald Trump stellt sich demonstrativ hinter seinen Russland-Sondergesandten.

    Donald Trump
    Donald Trump will den KI-Firmen freie Hand lassen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trump spielt das geleakte Witkoff-Tape als «normale Verhandlung» herunter.
    • Der Kreml bezeichnet die Veröffentlichung als Versuch, die Gespräche zu sabotieren.
    • Der Sondergesandte bereitet sich währenddessen auf seine nächste Moskau-Reise vor.

    Trotz wachsender Kritik an Steve Witkoff weist Präsident Donald Trump sämtliche Vorwürfe zurück. Auf einem Flug nach Washington bezeichnete er den anwesenden Journalisten gegenüber dessen Verhalten als «normale Verhandlungsführung».

    Angesprochen auf seinen Russland-Sondergesandten wurde Trump wegen eines geleakten Audio-Protokolls. Dieses liefert erstmals Eindrücke in die Hinterzimmerdiplomatie zwischen Washington, Moskau und Kiew.

    Es sind seltene Einblicke in Gespräche, die später in einen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs mündeten.

    Soll Trump einen neuen Russland-Sondergesandten benennen?

    Das Gespräch wurde demnach am 14. Oktober aufgezeichnet und von «Bloomberg» transkribiert. Es zeigt, wie Witkoff einem hochrangigen Putin-Berater empfiehlt, wie der russische Präsident in einem bevorstehenden Telefonat mit Trump auftreten solle.

    Trump verteidigte Witkoff entschieden. «Er muss das der Ukraine verkaufen, er muss die Ukraine Russland verkaufen – so arbeiten Deal-Maker», sagte er. Zwar kenne er das Tape nicht, doch er gehe davon aus, «dass er das Gleiche zur Ukraine sagt». Jede Seite müsse «geben und nehmen».

    Kritik aus dem eigenen Lager

    Das Tape löste besonders unter republikanischen Russlandkritikern Alarm aus. Abgeordneter Don Bacon forderte öffentlich Witkoffs Entlassung und bezeichnete ihn als «vollkommen prorussisch».

    «Würde ein russischer Agent weniger tun?», schrieb er auf X. Auch der Republikaner Brian Fitzpatrick sprach von einem «grossen Problem» und warnte vor intransparenten Geheimverhandlungen.

    Witkoff Putin Ukraine-Krieg
    Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und Steve Witkoff (rechts), während ihres Treffens in Moskau am 6. August 2025. - keystone

    Trump hingegen wies die Frage, ob Witkoff zu russlandfreundlich sei, zurück. Der Krieg könne «noch Jahre dauern», sagte er – und fügte hinzu, dass Russland schlicht über mehr Soldaten verfüge. Jede Möglichkeit zu einem Deal sei daher «eine gute Sache».

    Der Kreml spricht von Sabotage

    Moskau reagierte ungewöhnlich transparent auf das geleakte Protokoll. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, es gebe «viele, die diesen Prozess sabotieren wollen». Inhaltlich sei das Gespräch «nichts Dramatisches», und Trump habe Witkoff «indirekt verteidigt». Die Aufregung sei übertrieben.

    Bei dem hochrangigen Putin-Berater, dem Witkoff die Tipps gab, handelt es sich um Juri Uschakow. Dieser zeigte sich verärgert. Er deutete an, dass einzelne Gespräche möglicherweise über WhatsApp geführt worden seien. Ein Hinweis, den westliche Geheimdienste aufmerksam zur Kenntnis nahmen.

    «Einige dieser Leaks sind gefälscht. Andere kommentiere ich lieber nicht», sagte Uschakow.

    Der frühere US-Unterhändler Brett McGurk vermutet im Gespräch mit «CNN», dass ein ausländischer Geheimdienst hinter dem Leak stehen könnte. Ob die veröffentlichte Version vollständig sei, sei zudem unklar.

    Was Witkoff den Russen empfahl

    Das Bloomberg-Transkript zeigt, dass Witkoff riet, Putin solle Trump im bevorstehenden Telefonat zur Rolle der USA bei der Nahost-Feuerpause gratulieren. Zwei Tage später tat er das tatsächlich.

    Trump feierte dies auf seiner Plattform als diplomatischen Erfolg, der auch die Ukraine-Verhandlungen erleichtern könne.

    Brisant: Witkoff soll Uschakow geraten haben, das Putin-Trump-Gespräch vor Trumps Treffen mit Selenskyj stattfinden zu lassen.

    Als Selenskyj am 17. Oktober im Weissen Haus erschien, kam es zu einer angespannten Unterredung: Trump drängte laut europäischen Diplomaten auf territoriale Zugeständnisse der Ukraine an Russland und wurde zunehmend laut.

    Ukraine Krieg Russland
    Der Russland-Sondergesandte Steve Witkoff und US-Aussenminister Marco Rubio waren auch bei den Ukraine-Gesprächen in Genf mit dabei. - keystone

    Witkoff diskutierte im Gespräch zudem die Idee eines «20-Punkte-Plans», der sich später zu einem 28-Punkte-Entwurf entwickelte. Dazu gehörten weitreichende Zugeständnisse an Moskau: Aufgabe des NATO-Beitritts, Gebietsabtretungen und eine Begrenzung der ukrainischen Armee.

    Witkoff bereitet sich auf Reise nach Moskau vor

    US-Aussenminister Marco Rubio bezeichnete das Papier jüngst als «lebendiges, sich entwickelndes Dokument». Unterdessen bereitet sich Witkoff laut Trump auf eine Reise nach Moskau vor, möglicherweise begleitet von Jared Kushner. Gleichzeitig soll US-Armeeminister Dan Driscoll nach Kiew reisen.

    Wolodymyr Selenskyj Ukraine krieg
    Was wohl Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj von der angeblichen Russlandfreundlichkeit von Steve Witkoff hält? - keystone

    Trump selbst will erst dann mit Putin und Selenskyj zusammentreffen, «wenn der Deal fertig oder fast fertig ist». Auf die Frage, wie flexibel seine selbst gesetzte Thanksgiving-Deadline sei, antwortete er: «Mein einziger Termin ist: wenn es vorbei ist.»

    Kommentare

    User #6261 (nicht angemeldet)

    Wie er doch so seltsam und wortreich zur Kampitulaltion der US beiterägt. Die Glaubwüridkkieit geht das Loch ab!!

    User #1521 (nicht angemeldet)

    nächste Ziel Kramatorsk .... weiter so

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