Donald Trump verkauft Premium-Zugang zu seinen Posts
Donald Trump lässt sich frühen Zugang zu seinen Truth-Social-Posts bezahlen. Kritiker sprechen von schockantem Machtmissbrauch.

Donald Trump lässt sich von Börsenhändlern für Vorab-Zugriff auf seine Posts bezahlen. Sein Medienunternehmen Trump Media & Technology Group (TMTG) hat dafür den Dienst «Truth API» gestartet, wie «Der Standard» berichtet.
Der Dienst kostet laut der «Frankfurter Rundschau» zahlende Kunden bis zu 100'000 Dollar pro Monat. Er richtet sich vor allem an Banken und Hochfrequenzhandelsfirmen, die politische Ankündigungen in Millisekunden verarbeiten wollen.
Trumps Posts beeinflussen die globalen Finanzmärkte regelmässig in erheblichem Ausmass. Der «Tagesspiegel» hatte bereits im Juli berichtet, dass sich Truth Social damit zur zentralen Informationsquelle für Handelsfirmen entwickelt hat.
Rechtliche Bedenken gegen Donald Trump
Rechtsexperten sehen in dem neuen Angebot einen möglichen Verstoss gegen Insiderhandelsgesetze. Richard Painter, ehemaliger Ethikbeauftragter, betonte, Donald Trump dürfe Informationen nicht verkaufen, die andere vor der Öffentlichkeit zum Handeln nutzen könnten.
Auch Rechtsprofessorin Renée Jones von der Boston College äussert sich kritisch. Die frühere SEC-Spitzenbeamtin sieht laut «NPR» darin eine klare Verletzung von Insiderhandelsregeln.
TMTG selbst bezeichnete den Dienst als lizenzierten Echtzeitzugriff auf die marktrelevantesten Beiträge der Plattform. Das Unternehmen gab laut dem «Tagesspiegel» bekannt, bereits vor dem offiziellen Start am 1. August Kunden gewonnen zu haben.
Verdacht auf Bereicherung im Amt
Der neue Dienst fällt in eine Zeit, in der die Vorwürfe gegen Donald Trump im Bereich Marktmanipulation bereits zunehmen. Der demokratische Kongressabgeordnete Steven Horsford äusserte laut «ZDFheute»: «Das wirft ernste Fragen auf hinsichtlich Marktmanipulation und Insiderhandel innerhalb der Trump-Administration.»

Der Kapitalmarktanalyst Martin Lück sagte im «ZDFheute»-Podcast, Insiderhandel sei eindeutig verboten. Gleichzeitig betonte er, dass es oft schwierig sei, die bewusste Ausnutzung von Insiderwissen zu beweisen.
Das Weisse Haus wies die Vorwürfe zurück. Vizepräsident JD Vance erklärte, Anlageentscheidungen würden von unabhängigen Finanzberatern getroffen, ohne Beteiligung des Präsidenten.
















